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Früherer IOC-Chef Samaranch : Der olympische Goldgräber

Der frühere IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch auf einer Sitzung des Verbands im August 2008 Bild: AFP

Den einen gilt er als Genie, den anderen als Verräter: Juan Antonio Samaranch ist der Schöpfer des Systems Olympia, wie wir es heute kennen. Am Freitag wäre Samaranch 100 Jahre alt geworden.

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          Wenn Juan Antonio Samaranch junior, der Sohn von Juan Antonio Samaranch y Torello, Marqués de Samaranch, durch die Halle des Palace-Hotels in Lausanne eilt, scheint es manchmal, als wäre die Zeit stehengeblieben. Seit seine Haare weiß werden, sieht er seinem Vater immer ähnlicher, dem siebten Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der 61 Jahre alte Katalane ist wohl zu alt, um auch IOC-Präsident zu werden. Aber er hat eine wichtige Aufgabe: Er ist der Koordinator zwischen IOC und dem Organisationskomitee der Winterspiele 2022 in Peking. An diesem Freitag verliert er bei der virtuellen IOC-Vollversammlung zwar turnusgemäß seinen Sitz als Vizepräsident – das muss aber nicht für immer sein. Dieser Freitag ist aus einem anderen Grund etwas ganz Besonderes für den Junior und seine Familie. Ein ganz persönlicher olympischer Ring schließt sich – der Übervater würde an diesem Freitag 100 Jahre alt.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Samaranch hinterließ ein enormes olympisches Erbe. Er ist Schöpfer des Systems Olympia, so wie wir es noch heute kennen. Vom lukrativen Erfolgsmodell mit weltumspannender Wirkung, das dem Leistungssport zu immenser Blüte verholfen hat, über autokratische Spitzenfunktionäre, Korruption und Machtgier bis zu exzessivem Doping und dem Ausverkauf der tradierten Werte an den Kommerz.

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