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DOSB-Präsident Thomas Bach : „Wir müssen unser Fördersystem genau anschauen“

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Thomas Bach: „Du willst das Beste von dem, was du leisten kannst“ Bild: dpa

Thomas Bach freut sich riesig auf die Olympischen Spiele. Im F.A.Z.-Interview spricht der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes über eigene Ambitionen, deutsche Probleme und mögliche Bewerbungen als Ausrichter.

          6 Min.

          Dabei sein ist alles - so einfach ist das schon längst nicht mehr. Das deutsche Olympiateam soll möglichst den fünften Rang in der Nationenwertung belegen, muss sich aber einer Konkurrenz erwehren, deren Vorbereitung von hohen finanziellem Aufwand geprägt war. Unabhängig vom Ergebnis soll alles auf den Prüfstand - und die Vielfalt der Sport-Kultur bewahrt bleiben.

          Freuen Sie sich auf die Olympischen Spiele?

          Riesig. Wir werden herausragende Olympische Spiele erleben. Spiele in einer olympischen Atmosphäre, wie man sich das nur wünschen kann. Die Briten sind ein sportkundiges Publikum, sie sind faire, begeisterte und begeisternde Zuschauer. Das wird für die Athleten eine tolle Erfahrung werden.

          Droht der olympische Geist in der Millionenmetropole London nicht verlorenzugehen?

          Im Gegenteil. London ist eine faszinierende, pulsierende, kosmopolitische Stadt mit Einwohnern verschiedenster Kulturkreise, die sich in den verschiedenen Sportarten zu Hause fühlen. Das wird man spüren, so wie die großartige, gegensätzliche Architektur ihren positiven Einfluss haben wird, Sportstätten der Geschichte wie das altehrwürdige Wimbledon oder die Ruderregattabahn in Eton stehen einem wunderbaren ultramodernen Olympiapark gegenüber, der State of the Art ist.

          Was halten Sie von Ihrer Mannschaft?

          Mir geht das Herz auf, wenn ich in diesen Tagen vor der Eröffnungsfeier die Athleten im Fernsehen sehe oder persönlich treffe. Da spürt man schon, wie das Team zusammenwächst.

          Woran erkennen Sie das?

          Ich habe Ole Bischof, den alten Judokämpen, zusammen im Interview mit der Turnerin Elisabeth Seitz gesehen. Toll, wie er bei einem Interview zu den Antworten des Kükens geklatscht hat. Wo ich hinschaue, ob ich den Turnern Fabian Hambüchen und Philip Boy begegne oder all den anderen, ich merke sofort, dass es bei ihnen kribbelt. Ich kenne das ja aus meiner Zeit als Fechter.

          Das hört sich so an, als interessiere den DOSB-Präsidenten mehr das Erlebnis als das Ergebnis.

           Ich glaube zu wissen, was die Athleten jetzt spüren. Der größte Druck, den sich ein Athlet machen kann, kommt von innen, mehr kann kein Trainer, kein Funktionär, nicht das Publikum oder die Medien entfachen. Du willst, dass du am entscheidenden Tag das Beste von dem bringst, was du leisten kannst. Wenn das gelingt, dann ist man als Athlet zufrieden. Das kann eine Medaille sein, aber auch der achte Platz. Am schlimmsten allerdings ist für einen Athleten der vierte Platz. Aber wenn nicht mehr drin war, dann ist es gut. Das ist auch der Maßstab, den wir als DOSB anlegen.

          Wie vereinbaren Sie diese Haltung mit der Medaillenzählerei?

          Zuerst geht es um die persönliche Bestleistung des Athleten, deshalb machen sie Leistungssport. Dann muss man sehen, wie weit das reicht. Die Ergebnisse bei den vergangenen Weltmeisterschaften und Europameisterschaften lassen auf ein gutes Ergebnis des Teams schließen.

          Ihr Generaldirektor Michael Vesper, der Chef de Mission, spricht von Rang fünf in der Nationenwertung.

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