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Stimmen zu Olympia 2021 : „Einzig richtige Entscheidung“

  • Aktualisiert am

Niklas Kaul: Jetzt ist Zeit, an den Schwächen zu arbeiten“ Bild: dpa

„Ich hoffe, dass wir 2021 die Spiele bekommen, die wir uns erträumen“, sagt Zehnkampf-Weltmeister Kaul zur Verschiebung der Olympischen Spiele. Ringer Frank Stäbler wird seinen Körper anflehen, ihn noch ein Jahr weiter zu tragen. Reaktionen der Sportler auf die Olympia-Verschiebung.

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          Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul hat die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio als „richtig für alle Sportler“ bezeichnet. „Ich hoffe, dass wir alle 2021 die Spiele bekommen, die wir uns erträumen“ sagte der 22 Jahre alte deutsche „Sportler des Jahres“ von 2019 an diesem Dienstag.

          Die Spiele sollen spätestens im Sommer 2021 stattfinden. Das haben das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Olympia-Organisatoren in Japan gemeinsam beschlossen, wie das IOC mitteilte.

          Auch DOSB-Athletensprecher Jonathan Koch begrüßt die Entscheidung, dass auch die Paralympics verschoben werden: „Es ist schön, dass die Verantwortlichen beim IOC ein Einsehen haben und sich nun auch solidarisch mit der Weltgemeinschaft zeigen", sagte der frühere Ruderer. Koch hatte die ungewisse Lage für die Athleten während der Coronakrise zuvor als „kaum zumutbar“ bezeichnet. „So traurig die Verschiebung für jedes Sportlerherz auch sein mag, ist es doch zu begrüßen, dass der Zwiespalt von Trainingsanforderungen und einem gesamtgesellschaftlich solidarischen Verhalten durch die Entscheidung aufgelöst wird“, so der 34-Jährige. Koch fordert das IOC auf, bei der Terminfindung „die Stimme der Athleten deutlich stärker einzubeziehen. Jetzt gilt es aber zunächst für alle Menschen, diese Krise gemeinsam zu überstehen, damit für jeden - auch den Sport - Normalität und Planbarkeit einkehren.“

          Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schreibt in einer ersten Stellungnahme. „Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft“. Die Verlegung bestätige „der Weltbevölkerung, dass auch im Sport alles dafür getan wird, die weltweite Pandemie bestmöglichst und baldmöglichst unter Kontrolle zu bringen“. Der DOSB hatte schon vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees am Dienstag für eine Verschiebung um ein Jahr plädiert.

          Der deutsche Behindertensport hat mit Verständnis auf die Verlegung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio reagiert. „Es ist die richtige Entscheidung, aber irgendwie auch heftig und surreal“, sagte der dreimalige Paralympics-Sieger Markus Rehm. Para-Sprinterin Irmgard Bensusan, dreimalige Silbermedaillen-Gewinnerin von Rio 2016, ergänzte: „Keine Goldmedaille ist wichtiger als Menschenleben.“

          Auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) bewertet die Verschiebung positiv. "Wir halten die Entscheidung für richtig, denn sie orientiert sich am wichtigsten Gut: der Gesundheit der Menschen", sagte Friedhelm-Julius Beucher, Präsident des DBS. Zudem sieht er in der Verschiebung "die große Chance, einen Zeitpunkt in 2021 zu wählen, der zumutbare klimatische Bedingungen für die Wettkämpfe ermöglicht".

          Auch Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), hält die Verschiebung für „die einzig richtige und nachvollziehbare Entscheidung. Das ist eine gute Nachricht für den Sport und eine gute Nachricht für die Welt“, sagte der Funktionär. Mit dem neuen Termin 2021 sei nun „bessere Planbarkeit“ gewährleistet. „Jetzt haben wir auch wieder ein Ziel, auf das sich alle Teilnehmer fokussieren und vorbereiten können“, sagte Hanning.

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