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Handball-Erfolg gegen Norwegen : Endlich im olympischen Turnier angekommen

  • -Aktualisiert am

Der Sieggarant: Andreas Wolff pariert gegen Norwegen, was kommt. Bild: EPA

Diesmal griffen die Rädchen ineinander. Das deutsche Handball-Nationalteam schlägt Norwegen und geht nun zuversichtlich ins Gruppenfinale des olympischen Turniers.

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          Fröhliche Gesichter auf der deutschen Bank und zwei Riesen, die sich herzten: Die deutsche Nationalmannschaft wirkte am Freitag, als sei sie endlich im olympischen Handballturnier angekommen. 28:23 gegen Norwegen, einen namhaften Gegner besiegt und beste Aussichten aufs Viertelfinale – kein Wunder, dass die Torhüter Andreas Wolff und Johannes Bitter strahlten. „Die beiden waren überragend heute“, lobte Bundestrainer Alfred Gislason.

          Wolff verhalf der Mannschaft mit seinen Paraden zum perfekten Start. Als es Mitte der zweiten Halbzeit eng wurde, war Bitter da: So gut hat man die beiden als Team selten gesehen. Weil es auch vom Kreis und von außen klappte und Kapitän Uwe Gensheimer seine sechs Siebenmeter verwandelte, ist die erste K.-o.-Runde zum Greifen nah. „Wir haben endlich einen Großen geschlagen“, sagte Abwehrchef Hendrik Pekeler erleichtert, „aber wir müssen Sonntag gegen Brasilien nachlegen.“

          Nach den knappen Niederlagen gegen Spanien und Frankreich war das Team frustriert vom schwachen Nervenkostüm. Diesmal griffen die Rädchen ineinander. „Für uns alle ist der Sieg wichtig. Wenn man immer wieder gegen große Nationen in einem Turnier verliert, dann grummelt es in der ganzen Mannschaft“, sagte der wieder treffsichere Timo Kastening. Allerdings waren die Norweger um Anführer Sander Sagosen personell ausgezehrt und am Ende ihrer Kräfte – vorn setzte allein Sagosen die Impulse. Es war ein guter Moment, die Skandinavier zu schlagen – auch, weil einige Pfiffe der Schiedsrichter zugunsten der Deutschen ausfielen.

          Starke Torhüter hinter einer aggressiven Abwehr: Das ist nicht nur unter Gislason das Rezept erfolgreichen deutschen Handballs. Nur waren zuletzt weder Wolff noch Bitter eine große Hilfe. Nicht bei der WM in Ägypten im Januar und in Tokio zuvor auch nicht. Diesmal fand Wolff gleich ins Spiel, steigerte sich zwischendurch auf 70 Prozent abgewehrte Bälle. Angeführt vom wieder guten Spielmacher Philipp Weber, zog Deutschland auf 8:3 davon (18. Minute). Nach dem 14:12 zur Pause kamen die Deutschen durch Kai Häfners umjubelten ersten Turniertreffer zum vermeintlich sicheren 21:16 (43. Minute). Endlich war Leben in dieser so ruhigen Mannschaft. Endlich war Esprit im Spiel. Die Bank sprang bei jedem Treffer auf.

          Doch ohne Umwege geht es offenbar nicht. Sagosen zog wieder auf, brachte Norwegen mit Kraft und Klugheit auf 22:21 heran (49.). Bitter hatte Wolff inzwischen abgelöst – und wurde zum Faktor: Er hielt von außen, vom Kreis, und endlich half auch Rückraum-Shooter Julius Kühn mit zwei Toren hintereinander zum 24:21 in der 52. Minute. Norwegen wurde müde, die Deutschen fuhren ungefährdet die Ernte ein. Sehr zur Freude Johannes Bitters: „Wir haben das heute super gemacht. Wir gehen mit breiter Brust aus dem Spiel und dürfen träumen.“ Durch einen Sieg im abschließenden Vorrundenspiel am Sonntag gegen Brasilien (12.30 Uhr, F.A.Z.-Liveticker zur Olympia, Eurosport und ZDF) wäre der DHB in der Runde der letzten acht und ginge Weltmeister Dänemark aus dem Weg. Das ist mehr, als man nach den Niederlagen hatte erwarten dürfen.

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