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Sebastian Coe im Gespräch : „Wir haben viele Sportarten erfunden“

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Früher ein Weltklasseläufer: der britische Olympia-Organisationschef Sebastian Coe (Foto Mitte) Bild: dapd

Sebastian Coe war in den achtziger Jahren ein Weltklasseläufer. Im F.A.Z.-Interview spricht der britische Chef des Olympia-Organisationskomitees über ein mögliches Verkehrschaos in London - und das drohende Regenwetter.

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          Der smarte Brite Sebastian Coe war in den achtziger Jahren ein Weltklasseläufer. Als Chef des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in London hat der 58 Jahre alte konservative Politiker aber mindestens so viel Biss bewiesen wie als Mittelstreckler. Kurz vor der Eröffnung wird der Mann, der 2015 Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes werden will, auf zwei Dinge ständig angesprochen: ein mögliches Verkehrschaos - und das drohende olympische Regenwetter.

          Lord Coe, how do you do?

          Sehr gut. Ich habe keine andere Wahl.

          Es heißt immer, dass ein Engländer nicht ohne Schirm aus dem Haus geht. Trifft das auch auf Sie zu?

          Ich fürchte, ich muss Sie enttäuschen. Ich glaube, ich besitze zurzeit gar keinen Schirm.

          Wie wollen Sie dann die nächsten drei Wochen trocken überstehen?

          Ich weiß, dass die meisten Leute glauben, Briten hätten ein spezielles Gen, das sie dazu veranlasst, vom Wetter besessen zu sein. Das habe ich nicht. Sport wird ungeachtet der Witterung getrieben. Wir werden das Beste daraus machen. Und vielleicht ist das Einzige, was wir noch hätten planen sollen, ein Dach über das ganze Land.

          Es heißt auch, dass Engländer niemals in der Öffentlichkeit schwitzen wollen. Wie vereinbart man das mit Olympischen Spielen in London?

          Oh, ich fürchte, ich habe schon viel in der Öffentlichkeit geschwitzt, als ich noch ein Leichtathlet war. Bei Olympischen Spielen und auch im Training. Ich habe schon stundenlang öffentlich geschwitzt. Damit hatte ich nie ein Problem.

          Sie selbst waren Mittelstreckenläufer und haben über 1500 Meter zwei olympische Goldmedaillen gewonnen. Leichtathletik dürfte Ihre liebste Sportart sein. Aber welches ist die britischste Sportart?

          Das Interessante für uns Briten an den Olympischen Spielen ist ja, dass wir viele Sportarten im Programm erfunden haben. Wir haben auch die Regeln geschrieben. Das Vorbild für die ganze olympische Bewegung ist die Ruderregatta in Henley. Das System der sogenannten Stewards, die das Ereignis organisieren, ist das Modell für die Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee. Viele Sportarten sind von Natur aus sehr britisch.

          Und welche ist am britischsten?

          Ich könnte keine einzelne nennen. Leichtathletik hat eine starke britische Tradition. Fußball ist natürlich ein britisches Spiel. Tennis auch.

          Haben Sie schon einmal im Zuge der Spiele in London behauptet: „Sport is coming home“?

          Nein. Weil ich absolut akzeptiere, dass die Wiege der antiken und der ersten modernen Olympischen Spiele in Griechenland stand. Mit Einflüssen aus aller Welt. Zum Beispiel von Dr. William Penny Brookes (1809 - 1895, britischer Arzt und Erfinder eines Vorläufers der Olympischen Spiele, der siebenmal stattfand, d. Red.). Ich würde also nicht sagen, dass der Sport heimkommt, es ist aber schon eine große Ehre, zum dritten Mal in London Olympische Spiele zu haben.

          Sind Sie stolz auf die vielen traditionellen Sportstätten?

          Wir haben eine wunderbare Mischung. Weltberühmte Schauplätze wie Wimbledon, Wembley oder Lord’s Cricket Ground, aber auch die ganzen neuen Gebäude im Olympic Park, das Olympiastadion, das Velodrom oder das Wassersport-Zentrum, die dort bleiben werden. Wir waren aber auch ziemlich kreativ, was temporäre Sportstätten angeht. Greenwich Park für die Pferde, Beachvolleyball in Horse Guards Parade, The Mall für das Radrennen und den Hyde Park für Triathlon. Wir setzen alles ein, was uns zur Verfügung steht.

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