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Siebener-Rugby : Fidschi spielt verrückt

  • Aktualisiert am

Ein Fan der Rugbyspieler aus Fidschi feiert den Sieg in Rio Bild: AP

Olympia braucht Rugby: Die Riesen aus Fidschi bieten ein atemraubendes Spektakel – und in ihrer Heimat gibt es prompt einen neuen Feiertag.

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          Die Begeisterung um Fidschis Rugby-Helden war so groß, dass sich selbst die gedemütigten Briten als faszinierte Fans entpuppten. „Es ist einfach wundervoll, dass Fidschi Gold gewonnen hat“, kommentierte Großbritanniens Trainer Simon Amor und lobte das „brillante, atemberaubende“ Spiel der Männer vom kleinen südpazifischen Inselstaat. Briten-Profi James Davies stellte nach der geschichtsträchtigen ersten olympischen Medaille Fidschis voller Ehrfurcht fest: „Es ist wahrscheinlich unmöglich, sie zu schlagen.“

          Tatsächlich fühlte sich die Überlegenheit der Champions in Rio beim 43:7 im Finale der olympischen Premiere von Siebener-Rugby fast unwirklich an. Sie demonstrierten Durchsetzungsstärke, Gedankenschnelle, Kompaktheit und Kreativität in einer einzigartigen Kombination. Zu einem perfekten Spiel fehlte nicht viel. „Das war phänomenal“, befand Fidschi-Coach Ben Ryan, ein Brite, der mit dem Siebener-Team des Mini-Staates in nur dreijähriger Amtszeit beeindruckende Erfolge gefeiert hat: Zweimal führte er die Fidschianer zum Sieg in der Weltserie, am Donnerstagabend (Ortszeit) folgte olympisches Gold.

          Pure Freude bei den Olympiasiegern im Siebener-Rugby: Die Fidschianer dürfen sich nun über einen weiteren Feiertag freuen.

          „Es war unser Dreijahresplan, sie zur weltweiten Nummer eins zu machen, Titel zu gewinnen und die erste Goldmedaille zu holen“, konstatierte Ryan. Nun hat er eigentlich alles erreicht. Und denkt ans Aufhören. Anfang September endet der Vertrag des 44-Jährigen, der erst mal eine mehrwöchige Pause einlegen will bis zu einer Entscheidung, ob er weitermacht oder nicht. „Vielleicht komme ich zurück, vielleicht auch nicht, aber sie sollten die Tür ein Stück weit offen lassen“, sagte er mit Blick auf Fidschis Rugby-Verband.


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          Hört Ryan auf, wäre es ein Ausstieg auf dem sportlichen Höhepunkt, einem historischen natürlich. „Das, was wir hier geschafft haben, wird jetzt Teil unserer Geschichte sein. Es ist eine massive Errungenschaft, die erste Goldmedaille für unser Land zu holen“, sagte Kapitän und Vorzeige-Kämpfer Osea Kolinisau, der auf den Verbleib von Olympiasieger-Macher Ryan setzt: „Hoffentlich entscheidet er nach seiner Pause, bei uns in Fidschi zu bleiben.“

          Es ist eine Medaille, die für die 900.000 Einwohner des Inselstaats auch gesamtgesellschaftlich eine große Bedeutung entfalten, Hoffnung geben kann. „Fidschi hat einiges durchgemacht in den vergangenen Monaten mit Tornados und Wirbelstürmen, da ist diese Goldmedaille umso schöner für sie“, kommentierte der britische Spieler Dan Norton. Ryan bekannte: „Das ganze Land wird dieses Spiel geguckt haben, sie alle werden wahnsinnig begeistert sein.“

          Das gilt auch für Premierminister Frank Bainimarama. „Das ist ein wundervoller Moment in der Geschichte unserer Nation“, sagte er am Freitag. Zu Ehren der Olympiasieger wird es nun einen weiteren Feiertag geben. Kurioserweise soll dieser in Zukunft der 22. August sein und nicht der 11. August, der Tag des Triumphes.

          Dass Rugbyergebnisse bei den Fidschianern für Hochstimmung sorgen können, ist nicht neu. „Die Jungs sind auf der ersten und letzten Seite aller Zeitungen, in den Sechs-Uhr-Nachrichten, überall“, schilderte Ryan. In ihrer Heimat sind Kolinisau und Teamkollegen wie Jerry Tuwai, Vatemo Ravouvou und Samisoni Viriviri Superstars, jeder kennt sie, weil Rugby Kult ist. „Wenn ich eine Stunde zur Arbeit fahre, sehe ich 50 Dörfer, in denen permanent Rugby gespielt wird“, bekannte Ryan. „Das ist hier die große Leidenschaft, der Volkssport.“

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