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Rio de Janeiro : Umstrittene Läuferin Semenya stürmt zu Olympia-Gold

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Caster Semenya zelebriert ihren Olympiasieg. Bild: AP

Caster Semenya demonstriert ihre Überlegenheit beim 800-Meter-Rennen. Die kantige Läuferin aus Südafrika stand immer wieder im Mittelpunkt einer Geschlechterdebatte.

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          Die Südafrikanerin Caster Semenya hat die 800 Meter bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewonnen. Die 25-Jährige holte sich mit einem starken Finish in 1:55,28 Minuten souverän die Goldmedaille. Francine Niyonsaba aus Burundi musste sich in 1:56,49 mit Silber begnügen. Bronze gewann die Kenianerin Margaret Wambui in 1:56,89 Minuten. Die Münchnerin Christina Hering und Fabienne Kohlmann aus Karlstadt waren im Vorlauf ausgeschieden.

          Semenya konnte am Samstag (Ortszeit) rund 200 Meter vor der Ziellinie an der bis dahin führenden Niyonsaba locker vorbeiziehen und sich den Sieg sichern. Vor vier Jahren in London hatte die Weltmeisterin von 2009 Silber gewonnen.

          Semenyas Karriere hatte danach ein jähes Ende gedroht, weil der Leichtathletik-Weltverband IAAF wegen Zweifeln an ihrer Sexualität ein elfmonatiges Startverbot aussprach. Im Juli 2010 erklärte die IAAF, dass sie wieder bei den Frauen starten darf. 2011 führte die IAAF dann eine Regel zum Umgang mit Sportlerinnen ein, die einen hohen männlichen Hormonwert aufweisen: Sie mussten sich einer Behandlung unterziehen. Ende Juli 2015 hob der Internationale Sportgerichtshof Cas diesen Passus vorläufig wieder auf. Seitdem beeindruckt sie wieder mit Klassezeiten.


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          „Ich bin nicht hier, um über die IAAF zu sprechen und Spekulationen. Ich bin hier, um über meinen Auftritt heute Abend zu sprechen“, betonte Semenya nach ihrer Gold-Vorstellung.

          Die Südafrikanerin äußerte sich dann allgemein zum Thema Aussehen und Toleranz. „Es geht alleine darum, einander zu lieben. Es geht nicht darum, andere Menschen zu diskriminieren. Es geht nicht darum, wie Menschen aussehen, wie sie sprechen“, sagte Semenya. „Es geht nur um den Sport.“ Wenn man sich im Wettkampf messe, denke man nur an seine Vorstellung, „nicht wie dein Kontrahent aussieht.“ Semenya betonte: „Der Sport soll Menschen einen, das wollen wir weitermachen.“ Sie sei der Meinung, dass sie „einen Unterschied“ machen könne.

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