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Olympia 2032 : Die anderen sind schuld

Kein Olympia 2032 an Rhein und Ruhr: Alfons Hörmann sucht nach den Schuldigen. Bild: dpa

Auch 2032 wird es in Deutschland kein Olympia geben. DOSB-Präsident Alfons Hörmann verteilt nach der Niederlage der Rhein-Ruhr-Initiative Ohrfeigen an das IOC und Manager Michael Mronz.

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          Alfons Hörmann im Angriffsmodus: Am Montag hat der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zu einem Rundumschlag angesetzt, um die Ehre wiederherzustellen. „Die am wenigsten aktiv waren, werden in die Ecke des Buhmanns gestellt“, klagte er mit Blick auf sich und den Dachverband des deutschen Sports im Prozess um Olympia 2032. So nicht.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          In einer Videokonferenz präsentierte der DOSB-Chef eine Dokumentation zum Prozess der gegen Brisbane verlorenen Bemühung um die Sommerspiele 2032. Eine Aufstellung von „Daten, Fakten, Hintergründen“, die vor allem Fehler der anderen belegen sollen. Kern seines Vortrages: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ließ sich in der vergangenen Woche zu „Falschaussagen, schlichtweg nicht der Wahrheit“, hinreißen, als es erklärte, warum die Deutschen schon vor dem Einstieg in ein offizielles Bewerbungsverfahren aus dem Rennen waren: Im Februar habe der DOSB es abgelehnt, in Verhandlungen mit der zuständigen Evaluierungskommission einzutreten.

          Die angeführte Sitzung, erklärte Hörmann, habe es im Februar nicht gegeben. Dass im Januar über einen Einstieg des DOSB mit der Privatinitiative Rhein-Ruhr gesprochen wurde, bestreitet niemand. Genau so wenig die Entscheidung der Deutschen, den Zeitplan wegen der vom IOC angekündigten Beschleunigung des Prozedere „nicht auf den Kopf“ zu stellen.

          Also etwa an der Bürgerbefragung im Herbst nach Klärung der Finanzierung und einer definitiven Entscheidung des DOSB zum Ende des Jahres festzuhalten. Die Wortwahl des IOC erscheint falsch, die Analyse aber richtig: Die Deutschen waren nicht bereit. Und Brisbane, auch das dokumentierte Hörmann, weit voraus. Die Entscheidung des IOC hält er für „nachvollziehbar“. Die Wahrheit muss raus.

          Brisbane kann nur noch über sich selbst stolpern

          Dazu gehört auch, dass die ganze Welt trotz mancher Andeutungen des IOC-Präsidenten Thomas Bach am vergangenen Mittwoch überrascht wurde von der Erklärung des IOC, vorerst nur noch mit den Australiern verhandeln zu wollen. Frei übersetzt aus dem olympischen Diplomatengesäusel ins Deutsche bedeutet das so viel wie: Brisbane kann nur noch über sich selbst stolpern. „Wer die Hoffnung hat, dass sich das Blatt noch einmal komplett wendet, wird sich in wenigen Monaten eines Besseren belehrt sehen“, sagte Hörmann, nachdem er die zweite Ohrfeige ausgeteilt hatte.

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          Sie galt dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, CDU-Vorsitzender und glühender Unterstützer der Rhein-Ruhr-Initiative. Der hatte dem DOSB vorgeworfen, sich nicht in der Lage gesehen zu haben zu einem „intensiven und fortlaufenden Dialog“ mit dem IOC. Ob der plötzlichen Entscheidung pro Brisbane sprach Laschet vom fehlenden „Gespür“ für das, was sich „beim IOC tut“. Alles falsch?

          Hörmann scheint inzwischen sicher, den Ministerpräsidenten auf die Höhe des Geschehens gehoben zu haben in einem 45-minütigen Gespräch am Montag vor seiner Verteidigungspressekonferenz. Ihm sei bei dem Telefonat klargeworden, sagte der DOSB-Präsident, dass dem Ministerpräsidenten „nennenswerte Informationen“ seitens Rhein-Ruhr-City nicht vorgelegen haben. Ob auch Laschet diesen Eindruck Hörmanns teilt, ließ sich am Montag nicht klären.

          Mronz kontert

          Aber noch während der Pressekonferenz konterte die vom IOC gelobte Rhein-Ruhr-Initiative unter Leitung des von Hörmann ebenfalls geohrfeigten Michael Mronz mit einer Erklärung: „(...) Es gab für uns keinerlei belastbare Faktenlage oder gar Datumsperspektiven für eine Entscheidung des IOC im Februar, die irgendeine Änderung unseres Arbeitsprogramms oder eine Mitteilung an unsere Partner notwendig gemacht hätten.“ Ein Interview der Deutschen Presse-Agentur mit Hörmann, am Vormittag der IOC-Entscheidung veröffentlicht, spricht auch für die schlechte Nachricht wie aus heiterem Himmel, selbst im Kreis der Sportführung.

          Der DOSB-Präsident hatte zum Bürgerreferendum im Herbst Stellung genommen: „Das wäre ein möglicher Termin.“ Stunden später war alles Makulatur. Inzwischen lenken die gegenseitigen Vorwürfe vom intransparenten Verfahren des IOC ab und erhellen allein die Verhältnisse in Deutschland. Wenn ein Profi-Sport-Manager Mronz laut Hörmann in der Olympia-Frage 2032 den „Hut aufhatte und hat“, dann berührt diese Position das Selbstverständnis des DOSB.

          Nur dieser Verband besitzt das Mandat, eine Olympiabewerbung Deutschlands beim IOC anzumelden. Hörmann ist qua Amt der Herr des Verfahrens. Am Montag nahm er es in die Hand. Mit einer unverblümten Absage: „Ob, wann und wo“ es zu einer Bewerbung komme, werde man in Ruhe sehen. Das bedeutet nichts Gutes für Rhein-Ruhr. Auch wenn Hörmann beteuerte, mit Mronz weiterhin gut zusammenarbeiten zu können. Indem er ihm nachsagte, den potentiellen Kanzlerkandidaten nicht à jour gehalten zu haben, stellte er dessen Vertrauenswürdigkeit in Frage. Dass es an Mronz’ Geburtstag geschah, war ein Zufall. Hörmann versicherte in der Pressekonferenz, er werde gratulieren.

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