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Reaktion auf IOC-Entscheidung : „Das ist skandalös“

  • Aktualisiert am

Julija Stepanowa kann mit der IOC-Entscheidung nichts anfangen. Bild: dpa

Julija Stepanowa ist entsetzt über das IOC-Urteil, russische Athleten in Rio starten zu lassen. Russlands Sportminister ist anderer Meinung. Und auch ein deutscher Funktionär hält die Entscheidung für richtig. FAZ.NET hat Stimmen gesammelt.

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          Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, Russland nicht komplett von den Sommerspielen in Rio de Janeiro auszuschließen, ruft in der internationalen Sportwelt geteilte Reaktionen hervor. FAZ.NET hat einige Stimmen gesammelt:

          Travis Tygart, Vorsitzender der Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten: „Die Entscheidung und das verwirrende Durcheinander, das zurückbleibt, ist ein schwerer Schlag gegen die Rechte sauberer Athleten. Die Entscheidung, Julija Stepanowa die Startgenehmigung zu verweigern, ist unbegreiflich.“

          Julija Stepanowa, russische Whistle-Blowerin: „Das ist skandalös.“

          Zufrieden: Russlands Sportminister Mutko
          Zufrieden: Russlands Sportminister Mutko : Bild: AP

          Witali Mutko, russischer Sportminister: „Die Kriterien sind sehr hart, aber ich bin überzeugt, dass die meisten Athleten sie erfüllen. Russland wird in enger Zusammenarbeit mit dem IOC und der Wada sein komplettes Antidopingsystem umbauen. Wir werden für einen sauberen Sport kämpfen. Nur uns zu kritisieren, scheint mir nicht ganz korrekt. Doping ist nicht nur ein Problem Russlands.“

          Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): „Wichtig ist nun, dass die internationalen Fachverbände mit dem Cas dafür sorgen, dass professionell und schnell geprüft wird. Im Sinne der Chancengleichheit und des Fair Play können diejenigen Sportler, die den Nachweis von Kontrollen außerhalb Russlands erbringen, noch eine Teilnahme erwirken.“

          Wada-Präsident Craig Reedie: „Der McLaren-Report hat zweifellos ein staatlich organisiertes Doping-Programm in Russland bloß gelegt, das ernsthaft die Prinzipien eines sauberen Sports im Rahmen der internationalen Anti-Doping-Regeln untergräbt.“

          Statement der Nationalen Anti-Doping-Agentur in Deutschland: „Die Nada ist enttäuscht von der Entscheidung des IOC. Die Nada hat sich ein klares Signal für den sauberen Sport gewünscht, das ausgeblieben ist. Die Entscheidung lässt leider viele Fragen offen und schwächt dadurch das Anti-Doping-System. Die kurzfristige Prüfung und Bewertung nun auf die internationalen Verbände zu übertragen, hält die Nada für falsch. Es gibt keine einheitlichen Regeln für ein einheitliches und fachmännisches Vorgehen aller internationalen Verbände. Dies führt zu einem unterschiedlichen Vorgehen der Sportarten. Dies ist ein fatales Signal.“

          Michael Cepic, Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur Österreichs: „Wir sind maßlos enttäuscht vom IOC. Beim IOC müsste es in erster Linie um die restlichen 9500 oder 10000 Athleten aus anderen Nationen gehen, die sich alles in allem einem normalen Anti-Doping-Regime unterwerfen und in Rio teilnehmen“.

          Jelena Issinbajewa, russischer Stabhochsprung-Star: „Die komplette russische Mannschaft nicht zuzulassen, wäre ein riesiger Fehler und ein internationaler Sportskandal gewesen.“

          Sharron Davies, ehemalige Olympia-Schwimmerin für Großbritannien: „Ich bin traurig, dass sie das Problem, wie so oft, zu den Weltverbänden hinuntergereicht haben. Und ich denke, diese haben nicht die Zeit, noch sehr viel zu tun. Der einzige Weg, einem staatlichen Dopingprogramm eine starke Botschaft zu senden, ist ein kompletter Ausschluss.“

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