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Das war die Nacht in Tokio : US-Sportlerin droht Strafe nach Protest

  • Aktualisiert am

Kugelstoßerin Raven Saunders kreuzt die Arme auf dem Podest in Tokio. Bild: Reuters

Der Olympia-Tag in Tokio beginnt mit vielen Enttäuschungen. Die Hockey-Damen scheitern, Weitspringer Heinle wird verletzt Letzter, und Ringerin Schell verliert. Die Segler dürfen gar nicht antreten.

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          Erfolge sind am zehnten Entscheidungstag der Olympischen Spiele für die deutsche Mannschaft zunächst rar gewesen. Es gab eine Reihe von Enttäuschungen. Die größte erlebten die Hockey-Damen mit dem Aus im Viertelfinale.

          Schießen: Rio-Olympiasieger Christian Reitz hat das medaillenlose Abschneiden der deutschen Sportschützen nicht verhindern können. Der Schnellfeuerspezialist kam am Montag über die 25-Meter-Distanz im letzten Schießwettbewerb in Tokio lediglich auf Rang fünf. Der im sächsischen Löbau geborene Reitz musste im Finale der besten Sechs schon als Zweiter gehen. Gold mit olympischem Rekord holte der Franzose Jean Quiquampoix, Silber ging an den Kubaner Leuris Pupo. Der Chinese Yuehong Li gewann die Bronzemedaille.

          Hockey: Deutschlands Hockey-Damen kehren wie zuletzt vor neun Jahren ohne eine Medaille von den Olympischen Spielen zurück. Das Team von Bundestrainer Xavier Reckinger verlor am Montag in Tokio im Viertelfinale gegen Argentinien mit 0:3 und schied aus. Agustina Albertarrio in der 27. Minute, Maria Jose Granatto (29.) und Valentina Raposo (52.) schossen den verdienten Sieg für die Südamerikanerinnen heraus.

          Kanu: Kanu-Ass Sebastian Brendel und Olympia-Debütant Tim Hecker haben zum Auftakt im Canadier-Zweier ihre Titel-Ambitionen unterstrichen. Das deutsche Duo gewann dank eines starken Schlussspurts am Montag seinen Vorlauf über 1000 Meter und qualifizierte sich so direkt für das Halbfinale am Dienstag.

          Segeln: Zu schwache Winde haben zur Absage der Segel-Wettfahrten am Montag vor Enoshima geführt. Betroffen davon waren auch die Medaillenrennen der 49er FX der Frauen mit Tina Lutz und Susann Beucke (Holzhausen/Strande) und der 49er der Männer mit Erik Heil und Thomas Plößel (Kiel/Hamburg). Die beiden deutschen Crews liegen im Kampf um Edelmetall in ihren Klassen in aussichtsreicher Position. Die entscheidenden Wettfahrten sollen nach Angaben der Organisatoren am Dienstag nachgeholt werden.

          Ringen: Ringerin Anna Schell ist bei den Olympischen Spielen in Tokio im Viertelfinale gescheitert. Die Athletin vom SC Isaria Unterföhring kassierte gegen die frühere Weltmeisterin Alla Tscherkassowa aus der Ukraine in der Gewichtsklasse bis 68 Kilogramm am Montag eine Schulterniederlage. Schell muss nun hoffen, dass ihre Gegnerin das Finale erreicht. Nur dann dürfte die WM-Dritte von 2019 in der Hoffnungsrunde ran.

          Leichtathletik I: Lisa Marie Kwayie aus Berlin ist über die 200 Meter bei den Olympischen Spielen in Tokio ins Halbfinale gesprintet. Die 24-Jährige überstand in 23,14 Sekunden als Vierte ihren Vorlauf. Sie war am Montag eine der drei Zeitschnellsten. Die Mannheimerin Jessica-Bianca Wessolly (23,41) kam dagegen nicht weiter.

          Leichtathletik II: Der EM-Zweite Fabian Heinle ist gehandicapt durch eine aufgetretene Muskelverletzung im olympischen Weitsprung-Finale in Tokio auf dem zwölften und letzten Platz gelandet. Der 27-jährige Stuttgarter kam am Montag nicht über die Weite von 7,62 Metern hinaus und erreichte nicht den Endkampf der besten Acht. „Ich habe mehr gegen meinen Körper als gegen die Gegner gekämpft“, sagte Heinle. Olympia-Gold holte sich Europameister Miltiadis Tentoglou aus Griechenland mit 8,41 Metern.

          Beachvolleyball: Olympiasiegerin Laura Ludwig und Margareta Kozuch bekommen es im Viertelfinale der Olympischen Spiele mit Alix Klineman/April Ross aus den USA zu tun. Das Duo bezwang Lidianny Echevarria Benitez/Leila Consuelo Martinez Ortega aus Kuba am Montagmorgen (Ortszeit) in Tokio 2:0 (21:17, 21:15). Die Partie gegen das US-Team ist am Dienstagmorgen.

          Tennis: Olympiasieger Alexander Zverev erwägt, nach seinem Gold-Coup in Tokio eine kurze Turnier-Auszeit zu nehmen. „Ich muss normalerweise nach Kanada fliegen. Ich weiß nicht, ob ich das tun werde“, sagte der beste deutsche Tennisspieler nach seinem Finalerfolg bei den Sommerspielen. „Ich werde mir vielleicht ein, zwei Wochen Zeit nehmen und vielleicht ein paar Turniere ausfallen lassen. Das ist doch ein besonderer Moment für mich. Aber bei den US Open bin ich wieder dabei.“

          Corona: Im Umfeld der Olympischen Spiele in Tokio hat es 17 neue Corona-Fälle gegeben. Das vermeldeten die Organisatoren am Montag. Athleten waren dieses Mal nicht betroffen. Der Höchstwert war am vergangen Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 276. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 24 Sportler mit dem Coronavirus.

          Protest: Der amerikanischen Kugelstoßerin Raven Saunders könnte die erste Strafe wegen eines „politischen“ Protests bei einer Siegerehrung in Tokio drohen. Die 25-Jährige, die Silber gewonnen hatte, kreuzte auf dem Podium ihre über den Kopf erhobenen Arme. Mit der „X-Geste“ habe sie Solidarität für die Rechte „unterdrückter Menschen“ ausdrücken wollen. Das IOC erklärte, den Vorfall zu untersuchen. Sprecher Mark Adams sagte, das IOC stehe in Kontakt zum Leichtathletik-Weltverband WA und zum Nationalen Olympischen Komitee der USA, das allerdings im Vorfeld der Spiele erklärt hatte, die eigenen Sportlerinnen und Sportler bei Protesten nicht zu sanktionieren.

          Die schwarze Athletin Saunders tritt öffentlich vor allem für die Belange von „PoC“ (People of Color) ein, zudem ist sie für die LGBTQ-Community (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer) engagiert. Beim Finale hatte sie einen grellen Auftritt mit einer furchteinflößenden Maske und knallig gefärbten Haaren hingelegt. Das IOC hatte seine strikt ablehnende Haltung gegenüber politischen Protesten während der Spiele aufgeweicht, duldet friedvolle Gesten vor dem Wettkampf. Politische Proteste bei Siegerehrungen hat das IOC indes untersagt.

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