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Krawalle bei Olympia : „Das ist doch kein Fußball!“

  • Aktualisiert am

Solche Szenen sah man bisher nur auf den Rängen von Fußballspielen. Bild: AFP

Die sportliche Rivalität zwischen den beiden Nachbarländern Brasilien und Argentinien war bislang nur auf den Fußball begrenzt. Nun duellierten sich bei Olympia aber auch bei einem Tennismatch zwei Fans mit den Fäusten.

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          Schlägerei im Tennisstadion, Schmähgesänge in den Arenen. Brasilien und Argentinien verbindet eine lange Rivalität, aber solche Konflikte kannte man bisher nur vom Fußball. Nun werden sie auch bei Olympia ausgetragen. Während des Matches im Tennisstadion zwischen dem Argentinier Juan Martín del Potro und dem Portugiesen Joao Sousa gerieten ein Fan im Brasilien-Trikot und ein Mann mit Argentinien-Hemd auf der Tribüne aneinander. Sie schlugen sich wie beim Boxen, Soldaten mussten eingreifen. „Wir brauchen Frieden zwischen Argentinien und Brasilien, das ist doch kein Fußball hier“, meinte del Potro nach dem Sieg.

          In der Volleyballarena verhöhnten Argentinier mit Gesängen Brasilien, beim Fußballspiel Argentinien gegen Algerien riefen brasilianische Zuschauer „Chile, Chile“ - eine Anspielung auf zwei Finalpleiten des Erzrivalen hintereinander gegen Chile bei der Copa América. Nach der letzten vor ein paar Wochen erklärte Lionel Messi entnervt seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Beim Match der Basketballer Argentiniens gegen Nigeria wurde wiederum Brasilien verhöhnt. „Für mich ist es eine Dummheit, gegen eine Mannschaft zu singen, die gar nicht auf dem Parkett steht“, meinte Argentiniens Kapitän Luis Scola. Das Organisationskomitee der Rio-Spiele appellierte, friedlich zu bleiben: „Die Rivalität existiert nur auf dem Platz“.

          „Die Rivalität existiert nur auf dem Platz“

          Vielleicht sind die Argentinier auch etwas neidisch, dass ausgerechnet der große Rivale die ersten Olympische Spiele in Südamerika ausrichten darf. Und da ist der Konflikt 2014. Während der Fußball-WM sangen die zu Zehntausenden angereisten argentinischen Fans: „Sag mir, wie es sich anfühlt“. Eine Anspielung auf die große Schmach Brasiliens bei der WM 1990, als Claudio Caniggia im Achtelfinale gegen ein klar überlegenes Brasilien das Tor zum 1:0-Sieg schoss. Eine brasilianische Zeitung titelte nach dem deutschen WM-Sieg als Replik: „Sagt uns, wie Ihr euch fühlt, Brüder.“ Vielen „Gauchos“ sind die Brasilianer zu weich.

          Genüsslich hatten sie daher zuvor ihren Finaleinzug zelebriert, während die Gastgeber beim 1:7 gegen Deutschland im Halbfinale gedemütigt wurden. Danach drückten fast alle 200 Millionen Brasilianer den Deutschen im Endspiel die Daumen. Dabei lieben die Argentinier Brasilien als Urlaubsziel. Im Sommer ist die Region im Süden fest in ihrer Hand, viele Tausend junge Argentinier jobben in Restaurants und Hotels. Sorgen bereitet nun vor allem das Basketballspiel Brasilien gegen Argentinien am Samstag, eine der wenigen direkten Begegnungen der beiden so unterschiedlichen Nachbarstaaten.

          Ein argentinischer Fan wird von der Security abgeführt.

          Der eine von Portugiesen und hierhin verschleppten Sklaven geprägt, der andere von den Spaniern und der Einwanderung aus Europa. Sogar die Regierungen sind bemüht, Aggressionen mit Appellen Einhalt zu gebieten - die Sport-Staatssekretäre vereinbarten ein Sondertreffen in Rio. Argentiniens Volleyball-Nationalspieler Facundo Conte mahnte an die Adresse der zahlreich angereisten Fans: „Fußball ist Fußball. Die Weltmeisterschaft ist vorbei, das hier sind die Olympischen Spiele.“

          Die Argentinier sollten für Argentinien singen und nicht gegen irgendjemanden. Übrigens gibt es jenseits dieses Konflikts auch eine Olympia-Teilnehmerin, die von den Brasilianern bei jedem Ballkontakt hämische Gesänge zu hören bekommt. Amerikas Torhüterin Hope Solo hatte vor Olympia die Zika-Gefahren in Rio aus Sicht der Olympia-Gastgeber dramatisiert. So twitterte sie ein Bild von sich mit einer Moskito-Schutzmaske über dem Kopf. In den Stadien sangen die Fans nun bei jeder Ballberührung von Hope: „Ole, ole, Ole, Zika, Zika.“

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