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Roglič gewinnt Zeitfahren : Einsame Klasse

  • -Aktualisiert am

Der Champion: Primož Roglič Bild: AFP

„Primož war von einem anderen Planeten“: Der slowenische Radprofi dreht im Zeitfahren bei den Olympischen Spielen in Japan mächtig auf. Maximilian Schachmann aus Deutschland wird Fünfzehnter.

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          Einige der stärksten Radprofis der Welt lieferten sich ein spannendes, ein „enges“ Rennen, Primož Roglič fuhr sein eigenes. Der 31-Jährige war der Konkurrenz im olympischen Zeitfahren schier unfasslich weit voraus. Wenn es im slowenischen Lager vor dem olympischen Zeitfahren Diskussionen gegeben haben sollte, wer den einen Startplatz des Landes bekommen solle – Tour-Sieger Tadej Pogačar oder der Vuelta-Champion Roglič –, dürften diese schon während des Wettbewerbs verstummt sein.

          Die sturzbedingten Blessuren, die ihn zum Verlassen der Tour de France zwangen, scheint Roglič jedenfalls überwunden zu haben. Er drehte auf der zweiten Hälfte des 44,2 Kilometer langen, hügeligen Kurses in Fuji mächtig auf und sicherte sich mit 1:01 Minuten Vorsprung die Goldmedaille.

          Dumoulin gewinnt Silber

          „Primož war von einem anderen Planeten“, sagte Tom Dumoulin. Der Niederländer war am Mittwoch der Beste unter den „irdischen Teilnehmern“ und über seinen Silberrang tief gerührt. Dumoulin hatte zu Jahresbeginn eine Auszeit auf unbestimmte Zeit vom Radsport genommen und dies damit begründet, den mentalen Härten seines Sports nicht mehr standhalten zu können.

          „Es war ein schwieriger Weg hierher. Ich war im Winter übertrainiert und mit dem Radfahren durch. Aber ich beschloss, vor allem für diesen Tag zurückzukehren“, sagte der 30-Jährige, der gemeinsam mit Roglič für das Team Jumbo-Visma fährt. Die olympische Perspektive hat Dumoulin also wieder zu alter Leistungsstärke im Sattel geführt. Den Beweis trat er in Japan eindrucksvoll an. Der Lohn: nach Position zwei im Zeitfahren vor vier Jahren in Rio seine zweite Silbermedaille.

          Die Rundfahrer Roglič und Dumoulin ließen die Zeitfahrspezialisten hinter sich. Der Australier Rohan Dennis schaffte es mit drei Sekunden Rückstand auf Dumoulin immerhin auf den Bronzerang. Der Schweizer Stefan Küng, schon bei dem Zeitfahren bei der Tour de France vom Pech verfolgt, verfehlte das Podium nur um Zehntelsekunden.

          Der Italiener Filippo Ganna, der bis vor Kurzem im Kampf um die Uhr noch als schier unbesiegbar galt und sich konsequent auf seinen olympischen Auftritt vorbereitet hatte, enttäuschte als Fünfter. Mehr erhofft hatte sich auch der Berliner Maximilian Schachmann, der aber nach eigener Aussage noch die Erschöpfung vom Straßenrennen spürte und Fünfzehnter wurde.

          Beim zuvor ausgetragenen Zeitfahren der Frauen konnte die einstige Weltmeisterin in dieser Disziplin, Lisa Brennauer, ihren Medaillentraum nicht erfüllen. Beim Sieg der Niederländerin Annemiek van Vleuten wurde die 33-Jährige wie schon im Straßenrennen Sechste. Nachdem die deutschen Männer und Frauen bei den Straßen- und Mountainbike-Rennen leer ausgegangen sind, liegen die Hoffnungen des Bundes Deutscher Radfahrer nun auf den Bahnwettbewerben.

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