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Politischer Fußballstar : Megan Rapinoe ist Captain America

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„Seht her, hier bin ich und dafür stehe ich“: Megan Rapinoe ist das Aushängeschild des Frauenfußballs. Bild: EPA

„Ja, wir spielen Fußball. Aber wir repräsentieren so viel mehr“, sagt Megan Rapinoe. Auch in Tokio wird die Welt auf die politische Kapitänin der amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft schauen.

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          Normalerweise wäre die Erinnerung an jenen Septemberabend 2016 längst verblasst. Denn weder war der Ort besonders bemerkenswert – ein Fußballstadion in einem gesichtslosen Vorort von Chicago, in dem sich auf den Rängen ein paar tausend Besucher verliefen. Noch der Anlass: eine der letzten Begegnungen der Saison in der amerikanischen Frauenprofiliga ohne irgendwelchen Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft. Zudem war das Ganze sportlich „nicht gerade eine Glanzleistung“, gab Megan Rapinoe später zu. Mit anderen Worten: Es war ein Spiel zum Vergessen.

          Knapp fünf Jahre später ist klar, dass die Begegnung zwischen den Seattle Reign und den Chicago Red Stars an diesem Tag eine ziemliche Bedeutung haben würde. Rapinoe hatte an diesem Tag, ohne groß über mögliche Konsequenzen nachzudenken, ziemlich spontan beschlossen, während der Hymnenzeremonie vor dem Anpfiff mit dem Blick Richtung Fahnenmasten niederzuknien. Eine stumme, symbolische Tat, gedacht als Solidaritätserklärung für den Football-Quarterback Colin Kaepernick, der wenige Tage zuvor zum ersten Mal auf diese Weise bei einem NFL-Spiel für Schlagzeilen gesorgt hatte.

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