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Olympisches Tennisturnier : Murrays doppeltes Finale

  • Aktualisiert am

Konzentriert ins olympische Finale: Laura Robson und Andy Murray in Wimbledon Bild: dpa

Andy Murray steht beim olympischen Tennisturnier zweimal im Finale. Mit Laura Robson erreicht der Brite im Mixed nach einem packenden Spiel gegen Sabine Lisicki und Christopher Kas das Endspiel. Im Frauen-Finale deklassiert Serena Williams überraschend deutlich Maria Scharapowa.

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          Sabine Lisicki und Christopher Kas haben das Olympia-Finale nur knapp verpast. Immerhin ist für das deutsche Tennis-Mixed nach dem äußerst knappen 1:6, 7:6 (9:7), 7:10 gegen den britischen Einzel-Finalisten Andy Murray und dessen jüngere Partnerin Laura Robson an diesem Sonntag noch Bronze möglich. „Wir sind sehr enttäuscht - aber jetzt erst recht“, meinte Lisicki nach der Niederlage in Wimbledon. Zuletzt gab es durch Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler 2004 in Athen mit Silber eine deutsche Tennis-Medaille. Das wollen nun Lisicki und Kas erreichen. „Jetzt sammeln wir uns, und ich werde meinen Körper nochmal zusammenkleben“, sagte der angeschlagene Bayer Kas.

          Der erste Satz lief an ihnen vorbei

          „Natürlich wollen wir jetzt die Bronzemedaille“, sagte auch die deutsche Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner vor dem „kleinen Finale“ gegen Lisa Raymond und Mike Bryan oder Victoria Asarenka und Max Mirnyi aus Weißrussland. Lisicki und Kas hatten sich vor allem im ersten Satz etwas vorzuwerfen, der geradezu an ihnen vorbeilief. „Im ersten Satz haben sie uns vom Platz geschossen, aber dann haben wir uns richtig reingekämpft. Im Match Tie Break hat uns nur ein bißchen Glück hier und da gefehlt“, schilderte Lisicki ihre Perspektive auf das Spiel.

          Starke kämpferische Leistung

          Im zweiten Satz bot das Duo aus Berlin und Trostberg wie in den zwei Siegen zuvor wieder eine starke kämpferische Leistung. Beide Male zuvor hatten sie sich nervenstark im Match Tie Break durchsetzen können. Das gelang diesmal nicht - nach 1:28 Stunden Spielzeit gewannen Murray und Robson unter dem großen Jubel der meist britischen Fans in Wimbledon. Von einer Atmosphäre „wie in einem Fußballstadion“ sprach Lisicki hinterher.

          In überragender Manier punktete sich indes Serena Williams im olympischen Frauen-Finale zu ihrem Karriere-„Golden Slam“. Im Duell der weiblichen Tennis-Stars deklassierte die Amerikanerin die Russin Maria Scharapowa regelrecht auf dem Wimbledon-Rasen. Für Williams war es insgesamt der dritte Olympiasieg. London – jedoch die erste Goldmedaille im Einzel. Vier Wochen nach ihrem fünften Wimbledon-Triumph deklassierte die Amerikanerin im olympischen Finale Russlands Superstar Maria Scharapowa mit 6:0, 6:1.

          „Golden Slam“ für Williams

          Williams erreichte damit in London erst als zweite Spielerin der Tennis-Geschichte einen Karriere-„Golden Slam“. Sie konnte jedes der vier Grand-Slam-Turniere des Jahres mindestens einmal gewinnen und nun auch die Olympischen Spiele in der Einzel-Konkurrenz - Steffi Graf hatte dieses Kunststück im Jahr 1988 sogar in einer Saison geschafft.

          Jubelschrei: Williams (Foto) beherrscht die Russin Scharapowa beeindruckend im Spiel um Gold Bilderstrecke
          Jubelschrei: Williams (Foto) beherrscht die Russin Scharapowa beeindruckend im Spiel um Gold :

          Williams benötigte im All England Club gegen die bemitleidenswerte Scharapowa nur eine Stunde Spielzeit. Von Beginn an ließ die Nummer vier der Tenniswelt im Finale keinen Zweifel aufkommen, wer die überragende Spielerin des Olympia-Turniers ist. Die 30 Jahre alte Amerikanerin legte mit einem zu null gewonnenen Aufschlagsspiel los - drei der vier Punkte waren Asse. Sie überforderte mit ihrem kraftvollen Spiel die Russin regelrecht: Nach nur 30 Minuten stand es in einem an diesem Samstag ungleichen Duell 6:0. Der erste Satzgewinn für Williams. Immer wieder raunte ein „Wow“ durch die Arena, wenn die Amerikanerin zu einem Punkt kam.

          Asarenka holt Bronze

          Die Gewinnerin von 14 Grand-Slam-Turnieren baute ihre Bilanz gegen die French-Open-Siegerin und Weltranglisten-Dritte Scharapowa auf 9:2-Siege aus. Scharapowa kehrt damit nicht auf Platz eins in der Weltrangliste zurück. Erste bleibt Victoria Asarenka. Die Weißrussin, die im Halbfinale ebenfalls von Serena Williams abgefertigt worden war, setzte sich im Spiel um die Bronzemedaille gegen die Russin Maria Kirilenko mit 6:3, 6:4 durch und feierte anschließend emotional mit einer weißrussischen Flagge auf dem Platz.

          Im Doppel der Männer kommen die Olympiasieger aus den Vereinigten Staaten: die Zwillinge Bob und Mike Bryan. Die als weltbestes Duo geltenden Amerikaner gewannen im Finale 6:4, 7:6 (7:2) gegen das französische Duo Michael Llodra und Jo-Wilfried Tsonga. Deren Landsleute Julien Benneteau und Richard Gasquet holten Bronze.

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