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Olympische Spiele in Japan : Zweiter Judoka tritt nicht gegen Israeli an

  • Aktualisiert am

Abermals kampflos eine Runde weiter: Tohar Butbul aus Israel Bild: Reuters

Nach dem Algerier Fethi Nourine zieht nun auch der Sudanese Mohamed Abdalrasool vor einem Olympia-Kampf mit dem israelischen Judoka Tohar Butbul zurück. Das IOC beobachtet die Situation.

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          Bei den Olympischen Spielen in Tokio hat abermals ein Judoka auf seinen Kampf gegen einen israelischen Kontrahenten verzichtet. Der Sudanese Mohamed Abdalrasool trat offiziellen Angaben zufolge am Montag nicht zu seinem Zweitrunden-Kampf gegen den Israeli Tohar Butbul in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm an. Ein Grund für den Rückzug des 28-Jährigen wurde zunächst nicht genannt.

          Abdalrasool hätte in der ersten Runde gegen den Algerier Fethi Nourine kämpfen sollen. Dieser verzichtete jedoch auf eine Teilnahme an den Spielen, um einem möglichen Zweitrunden-Duell mit Butbul aus dem Weg zu gehen. Nachdem so Abdalrasool in die Runde der letzten 32 eingezogen war, erschien dieser nun nicht zum Kampf, obwohl er noch beim offiziellen Wiegen dabei gewesen war. Weder der Judo-Weltverband noch das sudanesische Team äußerten sich zu den Gründen des Rückzugs.

          Der Judo-Weltverband hatte den Algerier Nourine zuvor vorläufig suspendiert und weitere Ermittlungen aufgenommen. Der 30-Jährige und sein Trainer hatten ihren Verzicht in algerischen Medien damit begründet, nicht gegen einen Israeli kämpfen zu wollen. Bereits bei der WM 2019 hatte sich Nourine geweigert, gegen Butbul anzutreten.

          Dem israelischen Team wurde laut Butbul mitgeteilt, Abdalrasool sei wegen einer Schulterverletzung nicht angetreten. Butbul verpasste später den Einzug in die Medaillenkämpfe. Die Enttäuschung überwog gegenüber der Verwirrung um die zwei Absagen der Gegner. „Auf dieses Ziel war meine ganze Karriere ausgerichtet“,
          sagte er.

          Das IOC zeigte sich wegen des Verzichts zweier Judoka auf ihre möglichen Kämpfe gegen einen Israeli besorgt. „Wir werden handeln, wenn es einen schamlosen Verstoß gegen die olympische Charta gibt“, sagte IOC-Spitzenfunktionär James Macleod am Dienstag. „Das IOC ist immer besorgt bei solchen Fällen, wir schauen uns das genau an“, sagte der beim Internationalen Olympischen Komitee für die Beziehungen zu den nationalen Dachverbänden zuständige Macleod. „Wir werden alles untersuchen, das an uns herangetragen wird und mit den NOKs und den Weltverbänden von Fall zu Fall kooperieren.“ Das IOC sei in seiner Position bei Fällen von Diskriminierung sehr klar und werde nicht vor einem Eingreifen zurückschrecken, versicherte Macleod.

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