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Olympische Spiele : 271 russische Athleten dürfen in Rio starten

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Die erste russische Fahne ist schon da: das olympische Dorf in Rio Bild: AFP

Die russische Mannschaft darf mit 271 Athleten an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen. Das beschloss nach russischen Angaben das IOC.

          Russlands vom Dopingskandal dezimierte Olympia-Mannschaft kann 271 Athleten bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro an den Start schicken. Kurz vor der Eröffnungsfeier am Freitag bekam Russland vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Liste der für sauber erklärten Sportler, wie das russische IOC-Mitglied Alexander Schukow, der auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees ist, nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Tass in Rio sagte.

          „Insgesamt 271 Athleten sind für die Olympischen Spiele zugelassen“, sagte Schukow vor Journalisten. IOC-Präsident Thomas Bach hatte zuvor auf einer Pressekonferenz angekündigt, dass die Liste noch am Donnerstag bekannt gegeben werde. Die Sommerspiele werden im Maracanã-Stadion von Rio feierlich eröffnet.

          Das IOC hatte sich in einem komplizierten und unübersichtlichen Verfahren das letzte Wort vorbehalten, welche russischen Athleten starten dürfen. Nach Beweisen für Staatsdoping, die die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA im sogenannten McLaren-Report dokumentiert hat, lehnte das IOC einen generellen Ausschluss Russlands ab.

          Zunächst mussten nach dem Willen des IOC die internationalen Sportfachverbände entscheiden, ob sie die nominierten russischen Athleten zulassen wollen. Die Namen wurden dann von Experten des Internationalen Sportgerichtshofes CAS überprüft. Abschließend musste eine Gruppe von drei IOC-Mitgliedern die Zustimmung geben. Von vorn herein ausgeschlossen von den Spielen sind Leichtathleten und Gewichtheber.

          Bach verteidigte erneute die von der IOC-Spitze ergriffenen Maßnahmen im russischen Dopingskandal. „Ich habe ein reines Gewissen. Meine Richtschnur ist, dass ich den Athleten in die Augen schauen kann“, sagte er. Er habe inzwischen mit vielen Sportlern gesprochen und Zustimmung erhalten. „Es war eine schwierige Entscheidung. Und es gab gute Gründe für beide Seiten.“

          Russlands Mannschaft nicht auszuschließen, brachte der IOC-Spitze um Bach zum Teil harsche Kritik ein, beispielsweise vom deutschen Diskus-Olympiasieger Robert Harting, der Bach die moralische Autorität abgesprochen hatte.

          Aus der WADA kam auf Grundlage des Reports des unabhängigen Ermittlers Richard McLaren die Empfehlung, Russlands Team komplett auszuschließen.

          Bach hob noch einmal hervor, dass das IOC auch in Rio alle Anstrengungen machen werde, Dopingsündern auf die Schliche zu kommen. Bis zu 4500 Urintests und bis zu 1000 Blutproben sollen die etwa 10.500 Starter abgeben. Sollte ein Sportler erwischt werden, liege die Beurteilung des Falles in den Handen des unabhängigen CAS.

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