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Spezielle Olympia-Vorbereitung : Badende Vampire

  • -Aktualisiert am

Aus dem Schatten in das Licht? Ruderer Oliver Zeidler (rechts, hier neben Christina Hering) hat bei den Olympischen Spielen viel vor. Bild: obs/Stiftung Deutsche Sporthilfe/5log

Rudern in der Sauna, Frühstück mitten in der Nacht: So manche Olympia-Vorbereitung deutscher Sportler wirkt ein bisschen aus der Welt gefallen. Aber: So geht Hingabe an ein Ziel.

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          Kurios, was Leistungssportler so alles machen. Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler hat zum Beispiel in der Sauna seines oberbayrischen Elternhauses einen Raum abgetrennt, den er auf 32 Grad Celsius heizt. Vor der offenen Türe lässt er eine halbe Stunde lang die Dusche laufen, bis er 90 Prozent Luftfeuchtigkeit erreicht hat. Dann setzt er sich in dieser Waschküche auf das Ergometer und quält sich.

          Die deutschen Wasserspringer wiederum beginnen den Tag wie Vampire: Sie zwingen sich dazu, schon um zwei Uhr dreißig in der Nacht zu frühstücken. Training am Stützpunkt in Dresden beginnt um vier – da wirkt ein Platscher ins frische Wasser sicherlich wie ein willkommener Weckruf. Mittagessen gibt es um halb acht, so dass das Mittagsschläfchen so ungefähr mit dem letzten Viertelstündchen unsportlicher Langschläfer zusammenfällt. Zehn Uhr wieder Training, Abendessen dreizehn Uhr.

          Wieso? Die Antwort liegt auf der Hand: Zeidler simuliert das Klima bei Olympia in Tokio, die Wasserspringer nehmen die Zeitverschiebung vorweg. Wirkt ein bisschen aus der Welt gefallen – aber sie wollen nun mal Medaillen gewinnen. Und so geht Hingabe an ein Ziel.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

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