https://www.faz.net/-gtl-8kcyb

Wasserqualität : Aus Grün soll wieder Blau werden

Nur in dem Becken, in dem bislang die Wasserballspiele ausgetragen wurden wird das gesamte Wasser ausgetauscht. Bild: dpa

In Sachen Wasserverunreinigung im Maria-Lenk-Sprungstadion werden nun radikalere Lösungen gewählt: Grünes Wasser raus, sauberes Wasser rein – allerdings nur in einem der beiden Becken.

          2 Min.

          Mario Andrada, der Sprecher des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, hatte es am Morgen schon angekündigt: In Sachen Wasserverunreinigung im Maria-Lenk-Sprungstadion würden nun „radikalere Lösungen“ gewählt. Am Nachmittag führten Andrada und Gustavo Nascimento, der Manager der Anlage im Olympiapark von Barra de Tijuca, dann aus, wie bei Wasserspringern, Wasserballspielern und Synchronschwimmerinnen wieder für Durchblick und klares Wasser gesorgt werden soll.

          Die Lösung: Grünes Wasser raus, sauberes Wasser rein – allerdings nur in dem Becken, in dem bislang die Wasserballspiele ausgetragen wurden und in dem ab Sonntag die Synchronschwimmerinnen ihre grazile Kunst darbieten wollen. Die Springer, unter denen der Unmut über die Zustände wächst, müssen sich noch gedulden. Angeblich sollen Sandfilter das Wasser im Sprungbecken schon morgen soweit gefiltert haben, dass die mattgrüne Farbe, die seit Tagen zu sehen ist, verschwindet.


          Holen Sie sich Olympia-News über Facebook Messenger

          Sie wollen keine wichtigen Nachrichten verpassen und interessante Hintergrundinfos aus Rio erhalten? Dann melden Sie sich jetzt hier an:

          So geht’s!

          „Wir werden 3,725 Millionen Liter Wasser aus dem Becken pumpen“, sagte Nascimento, und es mit 3,725 Millionen Liter aus dem Aufwärmbecken der Synchronschwimmerinnen auffüllen.“ Nascimento betonte, dass die bisher ergriffenen Filter-Maßnahmen gegen den Farbwandel, der die Folge einer chemischen Reaktion von Wasserstoffperoxid mit Chlor und darauffolgender Algenbildung ist, auch das Synchronbecken reinigen würden. „Die schlechte Nachricht: Wir haben keine Zeit.“

          In der Tat: Am Sonntag beginnen die Synchronschwimmwettbewerbe und noch am Samstagnachmittag war die Sicht im Becken durch und durch trübe. Kaum vorstellbar, dass die Damen mit den perfekt sitzenden Haaren und dem wasserfesten Make-up in dieses Becken steigen würden. Zumal auch den Wertungsrichtern der Durchblick fehlen würde. Sechs Stunden soll es nach Darstellung von Nascimento nun dauern, den Pool zu leeren, vier Stunden, ihn wieder zu füllen. Um elf Uhr Ortszeit sollen die Schwimmerinnen ins Wasser steigen, neun Stunden zuvor soll der Wasserwechsel beendet sein.

          Nascimento versprach zu dem, dass auch das – noch deutlich grünere – Wasser im Sprungbecken „bis morgen deutlich anders aussieht“, wie Nascimento sagte. Hier sollen Sandfilter die Aufgabe übernehmen. Der deutsche Wasserspringer Stephan Feck hatte gestern in einem Facebook-Post beklagt, die gesamte Anlage rieche inzwischen unangenehm. Australische Wasserballspieler berichteten nach ihrem Spiel von brennenden Augen und vermuteten verstärkten Chloreinsatz.

          Nascimento und Andrada betonten, eine Gesundheitsgefährdung habe nicht bestanden. Es sei eine „Peinlichkeit“, das Problem, dass durch die Zugabe von 80 Litern Wasserstoffperoxid in die Becken am Tag der Eröffnungsfeier am Freitag vor einer Woche entstanden sein soll, nicht eher gelöst zu haben. „Ich habe versagt, weil ich zweimal versprochen habe, das Problem wäre am kommenden Tag gelöst“, sagte Andrada.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Am Dienstag hatte das Wasser zunächst im Sprungbecken, später auch Wasserball- und Synchronbecken eine grüne Farbe angenommen. „Es ist, als springe man in einen Tümpel“, hatte Wasserspringer Patrick Hausding nach dem Wettbewerb im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett gesagt.

          Andrada sagte, man werde die Schuldigen benennen und klären, wer für die Kosten der Reinigungsaktionen aufzukommen hat, sobald das Wasser wieder sauber sei. Fragen zu Verantwortlichkeiten und den Kosten der Aktion wollten Andrada und Nascimento nicht beantworten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Thunberg setzt Segel-Trend : Per Anhalter über die Weltmeere

          Wie Greta Thunberg die Meere zu besegeln, ist für junge Abenteurer das neue Rucksackreisen. Viele Bootsbesitzer sind von den teils penetranten Anfragen aber schon genervt. Und der Trip über den Ozean kann schnell zur Tortur werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.