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Turn-Star Simone Biles : Die Königin, nur ein Mensch

„Ich bin ein bisschen in der Luft verloren gegangen“, sagt Biles. Bild: AP

Wisst ihr was – heute nicht: Simone Biles zeigt sich verwundbar und spricht über ihre mentale Gesundheit. Sie wird mit Unterstützung beschenkt und erkennt: Es geht nicht nur um meine Leistung.

          3 Min.

          Simone Biles fliegt in ihrem glitzernden Turnanzug durch die Luft, sie landet schlecht. Korrigiert mit einem Ausfallschritt. Ihre Teamkolleginnen: Sie erstarren in der Klatschbewegung. Sie verlässt mit ihrer Trainerin die Halle. Sie kehrt nicht ins Mannschaftsfinale zurück. Simone Biles sagt Nein. Nein zum Druck des Systems, Nein zu den Erwartungen – Simone Biles erteilt den harten Regeln des Spitzensports eine Absage. „Today it’s like, you know what, no“, erklärte sie am Dienstag den Reportern. Wisst ihr was, heute geht es nicht. Am Mittwoch sagte sie das Mehrkampf-Finale ab, am Samstag auch noch für die Einzel im Sprung und am Stufenbarren. Ob sie am Boden und Schwebebalken in der kommenden Woche antritt, ist noch unklar.

          Stefanie Sippel
          Sportredakteurin.

          „Manchmal habe ich das Gefühl, die ganze Welt auf meinen Schultern zu tragen“ schrieb sie wenige Tage zuvor auf Facebook. Sie ist einer der großen Stars der Olympischen Spiele, und das weiß sie. Vier Goldmedaillen hat sie in Rio gewonnen. Die Welt erwartete: In Tokio wird das wieder so sein. Wer soll Simone Biles schlagen, die Größte aller Zeiten? Sie, die einen Sprung kann, den sonst nur Männer turnen. Sie, die Königin, die das Turnen neu erfunden hat. Doch Simone Biles bricht ab. Und spricht offen über ihre mentalen Probleme. Das ist vielleicht das größere Signal als eine weitere Goldmedaille. Sie sagt damit: Der größte Gegner bin ich selbst. Schon das Einturnen sei ein Kampf „mit all diesen bösen Geistern“ gewesen. Sie hätte das nicht sagen müssen.

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