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Olympische Geschichten (5) : Im harten Griff der Politik

  • -Aktualisiert am

Eröffnungsfeier mit 5000 Sportlern und vor einem vollbesetzten Leninstadion. Bild: dpa

Die Olympischen Spiele in Moskau 1980 stehen im Schatten des Boykotts. Beim Defilee der 81 Nationen sind die Lücken nicht zu übersehen. Auch nicht die Gesten des Protests.

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          Der Rucksack Boykott war eine schwere Last auf meiner Moskau-Reise im Jahr 1980. Können das Olympische Spiele werden ohne „unsere“, die bundesdeutschen Athleten? Spiele, denen 42 Länder den Rücken kehrten? Bei denen keine Sportler aus den Vereinigten Staaten, keine Kanadier, keine Japaner dabei sind und sogar das stolze China sein olympisches Comeback aufschob? Der sowjetische Überfall auf Afghanistan lag erst acht Monate zurück. Das IOC scheute eine Absage der Spiele, wie sie die Vereinigten Staaten gefordert hatten. Ihr Präsident Jimmy Carter rief daraufhin zu einem weltweiten Boykott auf und forderte die verbündeten Länder energisch zur Solidarität auf.

          Im Westen Deutschlands kam es zu einer schmerzhaften Auseinandersetzung. In einem aufgeheizten Klima gingen die Befürworter und die Gegner eines Boykotts in den Medien aufeinander los. Diese Zeitung hatte Partei für eine Nichtteilnahme ergriffen. Die Plädoyers dafür behielt sich auf den vorderen Seiten die politische Redaktion vor. Die Sportredaktion musste sich ins Unvermeidliche fügen. Bundeskanzler Helmut Schmidt vergatterte eine Abordnung des Nationalen Olympischen Komitees mit NOK-Präsident Willi Daume und Thomas Bach, dem Sprecher der Aktiven, an der Spitze, keine Sportler in die sowjetische Hauptstadt zu entsenden. Willi Weyer, der Präsident des Deutschen Sportbundes, und Sporthilfechef Josef Neckermann, ansonsten ein Freund der Athleten, setzten sich an die Spitze der Boykottbefürworter, während Daume für eine Teilnahme stritt.

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