https://www.faz.net/-gtl-ae9ls

Olympische Außenseiterin : Vielseitig langsam

  • Aktualisiert am

Läuft schon in der Qualifikation weit hinterher: Houleye Ba aus Mauretanien Bild: EPA

Es gibt sie noch, die exotischen Außenseiterinnen an den Rändern der Hochleistungs-Maschinerie Olympias. Eine besondere Vertreterin ist Leichtathletin Houleye Ba aus Mauretanien.

          1 Min.

          Houleye Ba blickte noch einmal durch das riesige Olympiastadion, dann verschwand sie in den Katakomben. Damit endete auch das zweite olympische Abenteuer der Mauretanierin, und es endete wie das erste. Oder vielmehr fast: Die langsamste Mittelstrecklerin von Rio war nämlich diesmal die langsamste Sprinterin von Tokio.

          Bis 2008 durften die 100-Meter-Läuferinnen aus den „kleinen Nationen“ direkt in der ersten Runde antreten und gegen die Topstars laufen. Seit London 2012 sind sie in einer Vorqualifikation unter sich, müssen es sich erst hart erkämpfen, gemeinsam mit einer Shelly-Ann Fraser-Pryce an den Start gehen zu dürfen.

          Für Regine Tugade-Watson aus Guam, Amed Elna von den Komoren oder natürlich auch Ba, die wackeren Japan-Reisenden von den Rändern der großen Sportwelt, ist der Einzug in die erste Runde nahezu unmöglich. Ba wurde am Freitagmorgen Letzte, ihre 15,26 Sekunden – rund viereinhalb Sekunden langsamer als die Besten der Welt – wurden als persönliche Bestleistung geführt. Wohl auch mangels Vergleichswert.

          Fünf Jahre zuvor war Ba, bemerkenswert genug, noch über 800 Meter angetreten – zwei Strecken, die sich gegenseitig ausschließen, sofern ein Sportlerin sich nicht Siebenkämpferin versteht. Damals aber durfte Ba im Vorlauf mit oder besser gesagt: hinter den Besten der Welt antreten, kam 44 Sekunden nach der späteren Olympiasiegerin Caster Semenya ins Ziel. Man darf gespannt sein, was sich Ba für Paris 2024 überlegt. Einer gewissen Logik zufolge wäre dann der Marathon dran.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erstwähler : Diese Wahl ist ein Ausrufezeichen

          Sie sind jung, sie saßen das letzte Jahr überwiegend zuhause – und sie wurden mit Angela Merkel groß: 2,8 Millionen Deutsche dürfen am 26. September erstmals ihre Stimme abgeben. Hier sprechen zwei von ihnen.

          Schlagende Verbindungen : „Das Fechten gehört bei uns dazu“

          Finn Götze studiert Theologie, und er ist in einer schlagenden Verbindung. Im Interview erzählt er, warum er nicht Burschenschafter wurde, wie er Vorurteilen begegnet und warum Frauen auch weiterhin außen vor bleiben müssen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.