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Deutsche Schwimmerin in Tokio : Köhler enttäuscht und „verschenkt“ Medaille

Als sie im Ziel deren Zeit gesehen habe, war „ich noch mehr enttäuscht. Das ist eine verschenkte Medaille gewesen.“ Auch Köhler, 27 Jahre alt, kündigte an, die Karriere bis zu den Olympischen Spielen in drei Jahren in Paris fortsetzen zu wollen. Ihr Magdeburger Trainer Bernd Berkhahn hatte nach dem dritten Platz im 1500-Meter-Rennen gesagt, er traue Köhler in Zukunft noch schnellere Zeiten zu.

Unterdessen ist der Amerikaner Caeleb Dressel zunächst zu seinem dritten Sieg in Tokio geschwommen und kann sein Vorhaben, sechs Goldmedaillen zu gewinnen, gleichwohl nicht mehr verwirklichen. Im Rennen über 100 Meter Freistil schlug er in Weltrekordzeit (49,45 Sekunden) an, der Ungar Kristof Milak schwamm Europarekord (49,68 Sekunden) und wurde Zweiter vor dem Schweizer Noe Ponti (50,74 Sekunden). Für die Schweiz ist es nach der Bronzemedaille von Jeremy Desplanches über 200 Meter Lagen bereits die zweite Medaille in Tokio. Zuvor hatte ein Schweizer Schwimmer 1984 in Los Angeles eine Medaille gewonnen.

In Tokio ist die Schweizer Mannschaft, die mit zwei Frauen und fünf Männern in Tokio am Start ist, bislang erfolgreicher als das Team des Deutschen Schwimm-Verbands, das 30 Beckenschwimmerinnen und –Schwimmer zu den olympischen Rennen geschickt hat. Vor dem 1500-Meter-Rennen am Sonntag, in das Weltmeister Florian Wellbrock als ein Favorit auf den Sieg startet, fällt die Bilanz des DSV damit durchwachsen aus. Mit acht Finalteilnahmen wurde die Bilanz der Spiele von Rio 2016 verbessert, allerdings gab es in Tokio zwei neue Einzelstrecken (1500 Meter Freistil der Frauen, 800 Meter Freistil der Männer), in beiden sorgten Köhler und Wellbrock für sportliche Höhepunkte.

Nicht für das Finale qualifizieren konnte sich die gemischte 4x100-Meter-Lagenstaffel, Annika Bruhn, Lisa Höpink, Fabian Schwingenschlögl und Marek Ulrich, waren mit der zehntschnellsten Zeit in den Vorläufen ausgeschieden.

Trend der Schwimm-Wettbewerbe

Der Endlauf zum Abschluss des vorletzten Wettkampftages belegte einen weiteren Trend der Schwimm-Wettbewerbe: Die nahezu umfassende Dominanz der Amerikaner ist gebrochen, neben den erstarkten Australiern – vor allem den Australierinnen; Rückenschwimmerin Kaylee McKeown schwamm über 200 Meter Rücken die fünfte Goldmedaille, Mannschaftskollegin Emily Seebohm wurde Dritte – sind China und Großbritannien zu großen Rivalen geworden.

Bei der erstmals ausgetragenen Männer-Frauen-Staffel siegten Kathleen Dawson (Rücken), Adam Peaty (Brust), James Guy (Schmetterling) und Anna Hopkin (Freistil) in Weltrekordzeit (3:37,58 Minuten) vor China und Australien. Dressel, als Schlussschwimmer mit großem Rückstand ins Becken gesprungen, konnte die Amerikaner lediglich auf Platz fünf nach vorn bringen. Der 17 Jahre alten Lydia Jacoby, Olympiasiegerin über 100 Meter Brust, hatte zudem Pech, ihr war die Brille in den Mund verrutscht, sie schwamm allerdings gleichwohl nur 14 Hundertstelsekunden langsamer als bei ihrem Sieg im Einzelrennen am Dienstag.

Für Dressel bieten sich am Schlusstag zwei weitere Chancen auf Gold: er geht als Favorit ins 50-Meter-Freistil-Finale (das Halbfinale war das dritte Rennen, dass er am Samstag, nach der Ehrung seines 100-Meter-Schmetterling-Siegs und der Staffel bestritt, er schwamm Bestzeit). Zudem werden die traditionellen Lagenstaffeln am Sonntag ausgetragen, das Männerrennen, aller Voraussicht nach mit Dressel als Schlussschwimmer wird die Wettbewerbe der Beckenschwimmer beschließen.

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