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Wirbel um Yoshiro Mori : Entrüstung über Olympia-Chef nach Aussage zu Frauen

„Es war gedankenlos. Ich möchte mich entschuldigen“: Yoshiro Mori Bild: Reuters

Japans Olympia-Macher haben schon genug Probleme. Nun löst auch noch der Präsident des Vorbereitungskomitees, Yoshiro Mori, einen Sturm der Entrüstung aus – mit einer abfälligen Bemerkung über Frauen.

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          Neben steigenden Kosten und dem Coronavirus haben die Olympischen Spiele in Tokio ein Problem mehr, das sie nicht brauchen. Mit einer abfälligen Bemerkung über Frauen hat der Präsident des japanischen Vorbereitungskomitees, Yoshiro Mori, in Japan einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

          Patrick Welter
          (pwe.), Wirtschaft

          Der 83 Jahre alte ehemalige Ministerpräsident beschwerte sich in einer Sitzung des Japanischen Olympischen Komitees, dass Vorstandssitzungen mit vielen Frauen so viel Zeit bräuchten. „Frauen haben einen starken Sinn für Wettbewerb“, sagte Mori. „Wenn eine spricht, denken die anderen wahrscheinlich, ich muss auch etwas sagen. Deshalb sprechen dann alle.“ Die Bemerkung löste bei einigen Teilnehmern der Runde Lachen aus.

          Mori bezeichnete seine Bemerkung als privaten Kommentar zu den Plänen des japanischen Olympischen Komitees, den Frauenanteil in den Führungsgremien der Sportverbände auf 40 Prozent zu erhöhen. Mori schloss die Frauen im Vorbereitungskomitee für die Olympischen Spiele von seiner Kritik aus. „Wir haben etwa sieben Frauen im Vorbereitungskomitee, aber sie wissen, wie man sich zu benehmen hat“, sagte Mori.

          Seine Bemerkungen riefen in den sozialen Netzwerken große Empörung hervor und drohen, den Ruf der Spiele in Japan zu diskreditieren. Rund 80 Prozent der japanischen Bevölkerung sind ohnedies dafür, die Spiele wegen der Virus Pandemie noch einmal zu verschieben oder sie abzusagen. Japanische Medien hoben hervor, dass die olympische Sportbewegung jegliche Diskriminierung ausschließe.

          In einer hastig einberufenen Pressekonferenz bat Mori am Donnerstag für die Bemerkungen um Entschuldigung und nahm sie zurück. Für einen Rücktritt vom Präsidentenamt des Vorbereitungskomitees sehe er keinen Grund. Olympiaministerin Seiko Hashimoto, die im Kabinett gegen auch für die Gleichbehandlung der Geschlechter zuständig ist, sagte, das Vorbereitungskomitee müsse über einen Rücktritt entscheiden.

          Ministerpräsident Yoshihide Suga sagte im Parlament, die Bemerkung Moris wäre besser nicht gefallen. Mori ist in Japan schon früher mit lockeren Bemerkungen auch über Frauen negativ aufgefallen. Die Olympischen Spiele sollen am 23. Juli in Tokio beginnen.

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