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Olympische Geschichten (11) : Michael Phelps am Anschlag

Die Spitze der Spitzensportler: Michael Phelps bei den Olympischen Spielen in Peking 2008. Bild: AFP

Peking 2008: Die Franzosen kündigen an, die amerikanische Staffel zu zerstören. Das feuert Michael Phelps noch mehr an. Er will acht Goldmedaillen.

          6 Min.

          Erstaunlich, wie still 17.000 Menschen sein können. Der Lärm, der eben noch den Einmarsch der Athleten begleitete, ist erstorben. Geblieben ist: pure Anspannung. 11. August 2008, Finale über 4×100 Meter Freistil der Männer bei den Olympischen Spielen in Peking. Olympia, das ist für viele Schwimmer der Brennpunkt von vier Jahren Anstrengung und Quälerei, sie haben Ausbildung, Studium, Lebensentwurf auf diese wenigen Tage ausgerichtet, auf ein Rennen von 50 Sekunden oder weniger. Manche von ihnen wachsen an dieser extremen Zuspitzung, dieser Intensität. Andere zerbrechen fast daran. Spüren aber kann sie jeder in der Halle, und nie stärker als im Moment vor dem Start. Wenn der Krach wie auf Kommando verebbt, die Blicke der 17.000 sich auf acht Athleten fokussieren. Dann eine Stimme: „Take your marks.“ Absolute Stille. „Beep“.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          An diesem Tag startete im Water Cube, der Schwimmarena in Peking, ein Rennen, das für manche noch heute das größte in der Geschichte olympischer Schwimmfinals ist. Auf Bahn vier: Michael Phelps. Bahn vier, das ist das Privileg des Vorlaufschnellsten, in der Mitte des Beckens, eine Position, die Amerikaner gewohnt sind und der Superstar Phelps sowieso. Doch in diesem Finale ist vieles anders. Phelps ist mit dem Ziel nach Peking gereist, in jedem seiner Finals Gold zu gewinnen, acht Mal, womit er den Rekord seines Landsmanns Mark Spitz von sieben Goldmedaillen 1972 übertreffen würde.

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