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Debatte um Olympia-Absage : Jetzt geht es für Japan um die Ehre

Im Nationalstadion von Tokio sollen am 23. Juli die Olympischen Spieler beginnen. Bild: dpa

Sechs Monate vor der geplanten Eröffnungsfeier beginnt die Diskussion um eine Olympia-Absage aufs Neue. Japans Regierung wehrt sich mit scharfen Worten gegen den Eindruck, dass sie schon aufgegeben habe.

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          Jetzt geht es für Japan um die Ehre. Vor einem Jahr musste das Land die Olympischen Spiele in Tokio verschieben, weil die Risiken des neuartigen Coronavirus unüberwindbar erschienen. Nun, sechs Monate vor der für 23. Juli geplanten Eröffnungsfeier, beginnt die Diskussion um eine Absage aufs Neue. Das Virus und seine Risiken sind besser verstanden, erste Schutzimpfungen beginnen. Aber viele Länder, auch Japan, kämpfen mit weit größeren Infektionswellen als noch vor einem Jahr. Japans Regierung wehrt sich dabei mit scharfen Worten gegen den Eindruck, dass sie schon aufgegeben habe.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          „Das ist kategorisch unwahr“, heißt es in einer seltenen Stellungnahme zu Berichten, dass die Regierung im Privaten die Spiele schon als zum Scheitern verurteilt ansehe. Es gehe jetzt nur noch um eine gesichtswahrende Absage und die Chance, die Spiele für Tokio zum nächstmöglichen Termin 2032 zu sichern, hatte die britische Zeitung „The Times“ unter Berufung auf ein nicht namentlich genanntes ranghohes Mitglied der Regierungskoalition berichtet.

          Doch das Dementi aus Tokio lässt alle Optionen offen. Nachdrücklich betont die Regierung zwar den Willen, mit Beteiligten zusammenzuarbeiten, um „sichere und geschützte“ Spiele abzuhalten. Doch ein Regierungssprecher sagte: „Natürlich müssen wir die Lage im Ausland berücksichtigen. An einem Zeitpunkt werden wir entscheiden, ob wir die Spiele wirklich abhalten. Bis dahin aber wird die japanische Regierung tun, was zu tun ist.“

          Im Klartext bedeutet das Dementi: Auch die Regierung schließt eine eventuelle Absage der Spiele wegen der Corona-Pandemie nicht aus, hält die Diskussion aber noch für verfrüht. Das trifft sich mit dem jüngsten Kommentar von Reformminister Taro Kono, dass es mit den Spielen so oder so ausgehen könne. Nur noch 16 Prozent der Japaner wünschen nach einer Umfrage, dass die Spiele wie geplant im Sommer über die Bühne gehen.

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          Am Ende des Tages müssten Politiker die Gefühle in ihrer Partei und im allgemeinen Publikum berücksichtigen, sagte aus Australien IOC-Vizepräsident John Coates, der dem Koordinierungsausschuss für die Spiele in Tokio vorsitzt. „Das ist aber nicht die Botschaft, die wir von Ministerpräsident Yoshihide Suga oder dem Präsidenten des Organisationskomitees, Yoshiro Mori, bekommen“, sagte Coates. „Es hat keine Diskussion über eine Absage gegeben.“

          IOC-Präsident Thomas Bach sagte: „Wir haben zu diesem Zeitpunkt gar keinen Grund zu glauben, dass die Olympischen Spiele in Tokio nicht am 23. Juli im Olympischen Stadion in Tokio eröffnet werden.“ Auch das lässt offen, dass die Lage sich ändern kann. Wie könnte eine für Tokio gesichtswahrende Lösung aussehen? Eine Option wäre, wenn wie im vergangenen Jahr erste Länder ausstiegen und Japan dann trotz bestem Willen auf die Spiele verzichten müsste. Das könnte dem Land einen gnadenreichen Zuschlag für 2032 ebnen. Hatte der Regierungssprecher das gemeint, als er sagte, dass Japan die Lage im Ausland berücksichtigen müsse?

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