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Leichtathleten bei Olympia? : Hoffnung für Russland

Strahlen über Tokio: die olympischen Ringe Bild: AFP

Wegen systematischen Dopings ist der russische Verband eigentlich suspendiert. Nun aber deutet sich an, dass einige russische Athleten doch zu den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio zugelassen werden könnten.

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          Bis zu zehn russische Leichtathleten könnten als Neutrale Athleten an den Olympischen Spielen in Tokio 2021 teilnehmen. Das versprach am Mittwoch der Weltverband World Athletics (WA) nach der Sitzung seines Councils. Seit November 2015 ist der russische Verband (RusAF) wegen systematischen Dopings suspendiert. Wegen eines weiteren Doping-Falls beendete WA im August die bis dahin übliche Anerkennung einzelner Athleten aus Russland, unter ihnen die Weltmeisterinnen im Stabhochsprung und Hochsprung, Anschelika Sidorowa und Marija Lasitskene.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Seit September arbeiten in der Verbandszentrale in Moskau zwei von WA eingesetzte Experten am Plan zur Wiederaufnahme der Russen, Margarita Pachnotskaja, ehemals stellvertretende Generaldirektorin der Russischen Anti-Doping-Agentur, und der Londoner Rechtsanwalt Vladas Stankevicius. Sollten sie und der am Montag ins Amt gewählte RusAF-Präsident Pjotr Ivanov, bislang Präsident des russischen Triathlon-Verbandes, „eine Kultur und eine Realität von null Toleranz gegenüber Doping“ etablieren können und das Council davon überzeugen, will WA mit der Zulassung der Sportlerinnen und Sportler beginnen.

          Sollten sie bis 1. März scheitern, droht der im vergangenen Jahr beschlossene, aber ausgesetzte Ausschluss der Russen aus dem Weltverband. Zudem ist die Bezahlung der Kosten, die dem Weltverband durch das Verfahren entstehen, Bedingung; Sportminister Oleg Matytzin wendete den Ausschluss im August ab, indem er 5,2 Millionen Euro Strafe plus Zinsen zahlte. Für fünf Monate bis Ende September beglichen die Russen Kosten der WA in Höhe von knapp 265.000 Euro.

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