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Sommerspiele 2016 eröffnet : Olympia in Rio beginnt wie ein Traum

  • -Aktualisiert am

Der frühere Marathonläufer Vanderlei de Lima entzündet das Olympische Feuer. Bei den Spielen 2004 hatte er Bronze gewonnen. Bild: AFP

Das Olympische Feuer brennt. Als letzter Fackelträger entzündete ein ehemaliger Marathonläufer die Flamme. Vorausgegangen war eine farbenfrohe Eröffnungsfeier – mit Pfiffen für Brasiliens Präsidenten.

          Als die Tribünen zitterten, hatten die Choreographen ihr Ziel erreicht. Tanzende Menschen, singend und klatschend von der Stimmung erfasst, die aus der Mitte des riesigen Maracana-Stadions den Sport und noch viel mehr beflügeln soll. Rio, Brasilien und am liebsten die ganze Welt. Nicht allein mit der Botschaft von der Eröffnung des größten Sportfestes der Welt am Freitagabend, den Spielen der XXXI. Olympiade; sondern auch mit der segensreichen Nebenwirkung, die der Versammlung der Jugend der Welt zugeschrieben wird: Freundschaften zu fördern über alle Grenzen hinweg, Kulturen zu verbinden.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Wo könnte das für zwei Wochen besser gelingen als unter den Augen des Christus an der Copacabana? „Legt die Waffen nieder“, rief der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Anlehnung an die aus der Antike überlieferte Geste, während der Spiele Schwert und Schild mal in die Ecke zu stellen.

          Das ist immer noch ein Menschheitstraum. So wie die Hoffnung von der alles heilenden Kraft der Liebe, die das kunstvolle  multimediale Musik- und Tanzprogramm vermittelte. Von den melancholischen Gesängen versklavter Ureinwohner über den Bossa Nova, den Samba bis hin zu den kreativen Stimmen aus den Favela reichte die präsentierte Kulturgeschichte, als wäre aller Schmerz und alles Leid über die Bewegungsfreude zu lindern und zu ertragen. All das Staatstragende, das große Inszenierungen mit staatlichem Geld vor einem Milliardenpublikum gefährdet, hatte am Freitagabend in Rio zunächst keine Chance. Selbst der Vortrag der Nationalhymne, gespielt von einem kleinen Ensemble, kam ohne Pathos aus.

          Was die fremden Zuschauer erhob von ihren Stühlen war der Anstand, was sie aufrichtig stehen ließ die Seele der Interpretation: Gesungen wie eine Liebeserklärung an all die Schönheit. An die wunderbare Natur dieses Landes und Eleganz ihrer Menschen. Gisele Bündchen, der Weltstar unter den Models, schritt über den wohl größten Laufsteg ihrer Karriere zu den Klängen von „The Girl from Ipanema“ des Komponisten Antônio Carlos Jobim. 

          Aber die Brasilianer wollen mehr in diesen Tagen als eine verzückende Selbstdarstellung. „Lassen sie uns nach Ähnlichkeiten Ausschau halten und die Unterschiede feiern“, rief die Schauspielerin und Moderatorin Regina Casé unter dem Jubel der Zuschauer. Ein olympisches Motto, mit dem aber nicht jeder offizielle Gast etwas anfangen kann. Der feierliche Einmarsch der mehr als 200 Teams mit Fahnen und uniformer Kleidung ist auch so etwas wie eine symbolische Abgrenzung der Nationen vor den Augen stolzer Regierungschefs aus aller Welt.

          Nur wenige Staatschefs im Stadion

          Olympia aber hat offenbar zuletzt rapide an Attraktivität verloren. Angeblich kamen nur 37 der erwarteten 80 Staatslenker. Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande gehörte dazu. Er will allerdings auch dem IOC Paris für die Bewerbung 2024 schmackhaft machen. Die Vereinigten Staaten vertrat Außenminister John Kerry.

          Und Deutschland? Bundespräsident Joachim Gauck blieb wegen eines vereiterten Zahnes kurzfristig daheim, schrieb aber dem deutschen Team, das Tischtennisspieler Timo Boll als Fahnenträger beim Einmarsch anführte:  Er sei sicher, dass alle Sportler Deutschland hervorragend vertreten würden. „Das gilt natürlich auch, wenn es nicht zu einer Medaille reicht. Sie haben es zu den Olympischen Spielen geschafft – das allein ist bewundernswert!“

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