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Keine Runde für Mboma : Hormonwert stoppt Olympia-Favoritin aus Namibia

Christine Mboma darf bei Olympia nicht über 400 Meter starten. Bild: EPA

Christine Mboma galt als nahezu unumstrittene Favoritin auf den Olympiasieg über 400 Meter. Nun sind sie und ihre auch achtzehn Jahre alte Trainingspartnerin Beatrice Masilingi ausgeschlossen worden.

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          Christine Mboma galt als nahezu unumstrittene Favoritin auf den Olympiasieg über 400 Meter in Tokio. In 48,54 Sekunden lief die Achtzehnjährige aus Namibia in Bydgoszcz in Polen in der vergangenen Woche die beste Zeit des Jahres auf der Stadionrunde und unterbot die Bestzeit von Shanae Miller-Uibo (Bahamas) um 54 Hundertstelsekunden; selbstverständlich war das auch Junioren-Weltrekord.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Nun sind sie und ihre ebenfalls achtzehn Jahre alte Trainingspartnerin Beatrice Masilingi – in Bydgoszcz nach 49,53 Sekunden im Ziel und damit Drittschnellste der Welt – von der Mittelstrecke ausgeschlossen worden. Blutuntersuchungen hätten ergeben, teilte das Nationale Olympische Komitee von Namibia mit, dass der natürliche Testosteronwert der beiden Läuferinnen über fünf Nanomol pro Liter liege.

          Wie Caster Semenya, die zweimalige Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin über 800 Meter, sind sie damit von Rennen über Distanzen von 400 Meter bis zur Meile ausgeschlossen, es sei denn, sie sind bereit, ihren Testosteronwert medikamentös oder durch einen chirurgischen Eingriff zu senken. Caster Semenya klagt vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen diese Regel.

          „Es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt. Nicht wenige Menschen in Afrika glauben, dass diese Regel nur für Afrika gilt“, kommentierte Henk Botha den Fall, der Trainer der beiden: „Für mich sind sie Mädchen.“

          Damit werden die schnellsten 400-Meter-Läuferinnen der Welt in Tokio fehlen. Olympiasiegerin Shanae Miller-Uibo will sich auf die 200 Meter konzentrieren. Weltmeisterin Salwa Eid Naser, die für Bahrain startet, ist wegen zu vieler verpasster Dopingkontrollen für zwei Jahre gesperrt worden.

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