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Olympische Geschichten (15) : Robert Harting und die Eruption der Qual

Das Adrenalin bricht sich Bahn: Robert Harting zerreißt sein Trikot und springt sich frei. Bild: dpa

Olympische Spiele in London 2012: Der Schmerz war für den Diskuswerfer Robert Harting das kleinere Übel. Er musste um seine Identität als Sportler kämpfen.

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          Die stärkste Erinnerung an London 2012? Der Hürdensprint. Robert Harting warf sich die deutsche Fahne um die Schultern und flog mit seinen 130 Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf gut zwei Meter Länge, leichtfüßig über die zierlichen Hindernisse, die für das Finale der Frauen vor der Haupttribüne aufgestellt waren. Kein Bild hätte Glück und Erleichterung des Diskuswerfers aus Berlin besser illustrieren können, die ihn am Abend jenes 7. August 2012 erfüllten. „Ich erinnere mich mehr daran als an den Wurf“, sagt auch er heute über seinen Olympiasieg. „London war das Krasseste. Es war keine Überraschung, sondern alles hat darauf hingedeutet. Das hieß: Es gab keine Freiheit. Es war klar, dass es nur diese eine Straße gab.“

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Harting spricht von einem Schmerzensweg. Drei Jahre lang trainierte er mit einer chronisch entzündeten Patellasehne. Die Schwellung am Ansatz des Schienbeinkopfes war so dick wie ein Starkstromkabel. Die Ärzte warnten, dass die Sehne reißen und dies den Athleten für immer zum Invaliden machen könnte.

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