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Olympische Geschichten (14) : Ein Alt-Doper und die traurige Wahrheit

Alexander Winokurows Sieg in London 2012: Triumphales Comeback oder Tiefpunkt für den Radsport? Bild: Picture-Alliance

In London sollte es die Entgiftungsfeier des Radsports nach gut 100 Jahren teuflischer Infusionen geben. Doch dann gewinnt ausgerechnet Alexander Winokurow bei Olympia 2012 Gold im Straßenrennen. Das tut weh.

          5 Min.

          Die Engländer lieben das Pferd. Das Rad weniger. Aber wehe, wenn sich damit etwas gewinnen lässt. Die Tour de France zum Beispiel. Mehr geht eigentlich nicht. 2012 war es so weit, nach 109 Jahren gefühlten Fremdelns und, welch Schmerz, einem Triumph von Stephen Roche: Ire, das tut weh. Aber jetzt beherrschte Bradley Wiggins in Frankreich das Radrennen aller Radrennen. Der Typ mit dem Wangenbart, wie sie weiland die Eroberer im Namen Ihrer Majestät auf hoher See trugen.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Breit und buschig, bis zum Unterkiefer. Ein Erkennungszeichen wie einst das Magenta-Trikot um den Leib der Jan-Ullrich-Fans. Mit etwas Verspätung schaffte England den Sprung von der Seefahrer- zur Radfahrermacht auf jedem Terrain, Bahn und Straße. Getragen von einer quasi nationalen Institution, dem Team Sky. Um fünf Prozent stieg der Verkauf von Fahrrädern in den Wochen vor den Olympischen Spielen 2012 in London. Die Nation setzte auf zwei Räder. Wer, wenn nicht der Sky-Sprinter Mark Cavendish werde, in Position gefahren von den Landsleuten um Wiggins, das Straßenrennen auf dieser 250 Kilometer langen Flachetappe gewinnen?

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