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Oldies bei Olympia : Forever Young

Der älteste Olympiasieger: Santi Lange gewinnt im Segeln mit Cecilia Carranza Saroli (r.) Bild: dpa

Bei den Olympischen Spielen trifft sich die Jugend der Welt? Auch. Aber es sind keine Spiele der Jungstars. Die Altstars prägen die Wettbewerbe. Und ein 54 Jahre alter Segler gewinnt sogar Gold.

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          Sogar die Jüngsten werden immer älter. Die Jüngste unter den mehr als zehntausend Athleten in Rio war die in London lebende Nepalesin Gaurika Singh, die in 1:08,45 Minuten über 100 Meter Rücken nicht weit kam. Allerdings war sie mit dreizehn Jahren die älteste jüngste Olympiastarterin seit Melbourne 1956. Der Trend ist deutlich, er ist das Schöne von Rio 2016, dem großen Sportfest der alternden Gesellschaften: Es sind keine Spiele der Jungstars, sondern der Altstars. Die Grenzen der Leistungsfähigkeit verschieben sich auch auf der Lebenskurve weiter nach hinten. Ein paar Beispiele.

          Voll tätowiert zu Gold: Anthony Ervin
          Voll tätowiert zu Gold: Anthony Ervin : Bild: dpa
          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Anthony Ervin, 35, Schwimmen

          Im Leben ist der Amerikaner noch ein Jüngling, im Schwimmerleben längst ein Greis. Ein sehr rüstiger. Sechzehn Jahre nach dem Olympiasieg in Sydney pflügte er 21,40 Sekunden lang in Rio seine inzwischen komplett tätowierten Arme im Stakkato durchs Wasser und gewann zum zweiten Mal Gold über 50 Meter Freistil, später auch das in der Staffel. So fand der Mann aus Hollywood, der zwischenzeitlich acht Jahre mit Wettkampfsport aufgehört hatte, seine persönliche Hauptrolle: als Senioren-Schwimmer. Kein anderer hat in seinem Alter im Becken je Gold gewonnen. Das Gold von Sydney versteigerte er zugunsten von Tsunami-Opfern, das von Rio behält er: „Wer weiß, wofür ich’s noch brauchen kann.“

          Der langlebigste Star des Basketballs: Emanuel Ginobili im Kampf gegen die Spanier Pau Gasol (l.) und Nikola Mirotic
          Der langlebigste Star des Basketballs: Emanuel Ginobili im Kampf gegen die Spanier Pau Gasol (l.) und Nikola Mirotic : Bild: AP

          Emanuel Ginobili, 39, Basketball

          Der langlebigste Star des Basketballs trifft an diesem Mittwoch mit Argentinien im Viertelfinale auf seine amerikanischen Kollegen aus der NBA - wo er seit vierzehn Jahren für die San Antonio Spurs spielt und viermal den Titel gewann. Nach 923 Spielen, von den er 672 gewann, die höchste Gewinnquote aller Spieler der besten Liga der Welt, hat er gerade für eine weitere Saison verlängert, für ein Salär von 14 Millionen Dollar. 2004 gewann er Gold mit Argentinien - und ist mit 39 immer noch in der Lage, „eines der besten Spiele meiner Karriere“ zu machen. So beschrieb er den dramatischen Sieg in der zweiten Verlängerung gegen Brasilien.

          Genug Material für eine dritte Biographie: Katherine Grainger (l.) im Boot mit Victoria Thornley
          Genug Material für eine dritte Biographie: Katherine Grainger (l.) im Boot mit Victoria Thornley : Bild: dpa

          Katherine Grainger, 40, Rudern

          Bei den Spielen in London 2012 gewann die Schottin endlich ihr erstes Gold, im Doppelzweier mit Victoria Thornley, und pausierte zwei Jahre vom Rudern, um am King’s College in London in Jura zu promovieren. Nun ist sie wieder da und hat auch bei ihren fünften Spielen eine Medaille gewonnen, abermals im Doppelzweier, ihr viertes Silber seit Sydney 2000 - die nun meistdekorierte britische Athletin. Und die wohl vielseitigste Ruderin der Geschichte. Mehrfach wechselte sie von Skulls zu Riemen und zurück. Sie gewann olympische Medaillen auch im Zweier ohne und Doppelvierer und WM-Medaillen im Einer und Achter. Ihren Erfolg von Rio beschreibt die Frau, die schon zwei Autobiographien schrieb, als ihre „größte Leistung“. Schreit nach einer dritten.

          Der Flitzer der Karibik: Kim Collins rennt und rennt
          Der Flitzer der Karibik: Kim Collins rennt und rennt : Bild: dpa

          Kim Collins, 40, Leichtathletik

          Der Mann von den Karibik-Inseln St. Kitts und Nevis zeigt, dass Usain Bolt ruhig noch zehn Jahre dranhängen könnte. Er hat es zu seinen sechsten Olympischen Spielen geschafft - inbegriffen die von 2012 in London, als er allerdings bereits vor dem Wettkampf von der Teamleitung heimgeschickt wurde. Der Grund: Der zweifache Vater hatte eine Nacht mit seiner Frau im Hotel verbracht. Skandal! Kein Wunder, dass der frühere Sprintweltmeister danach erklärte, nie wieder für sein Land zu starten. Er wurde rückfällig und erreichte in Rio immerhin Platz sechs im Halbfinale über 100 Meter. Zu wenig fürs Finale - aber genug für ein würdiges Finale der Karriere.

          Die erstaunlichste Teilnehmerin von Rio: Olga Tschussowitina
          Die erstaunlichste Teilnehmerin von Rio: Olga Tschussowitina : Bild: AP

          Oksana Tschussowitina, 41, Turnen

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