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Neuer Eid für Olympia : Noch besser, diese Welt

Olympische Ringe: Ein Symbol für die Jugend? Bild: Reuters

Bei der Eröffnung der Olympischen Spiele verpflichten sich Sportler künftig für Inklusion und Gleichheit und gegen Diskriminierung. Werden sie dabei zu leeren Versprechen gezwungen – oder zum Meineid?

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          Na also! Da kommt sie, die bessere Welt. Ein paar Wochen noch, dann ist sie da, frei Haus, durch Olympia. Glauben Sie nicht? Doch, doch, ganz bestimmt, hoch und heilig versprochen.

          Und zwar so: In dieser Woche hat das beste Internationale Olympische Komitee mindestens dieses Planeten den Eid verändert und ergänzt, der stets zur Eröffnung der Spiele gesprochen wird. Und künftig versprechen die Sportler, die „Jugend der Welt“, also tatsächlich, alle Regeln einzuhalten, auch „im Geist der Inklusion und Gleichheit“, „ohne jede Diskriminierung“, und zwar, „um die Welt durch Sport zu einem besseren Ort zu machen“.

          Das wird herrlich, wenn im Sommer die iranischen Ringer den Israelis in den Armen liegen und nicht wie in den vergangenen vier Jahrzehnten lügen und tricksen, um gemeinsamen Wettkämpfen aus dem Weg zu gehen, ohne Sanktion iranischer Verbände durch das IOC. Und noch besser wird die Welt, wenn die Sportler ein paar Monate später in Peking gemeinsam mobil machen gegen die Diskriminierung der Uiguren in China, gegen die menschenverachtende Politik der Olympia-Gastgeber, die für manche Genozid sind und für andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

          Sagt da etwa jemand, das werde nicht passieren? Stimmt. Dann stellt sich doch nur eine Frage: Werden die Sportler zu leeren Versprechen gezwungen – oder zum Meineid?

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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