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Michael Phelps : Kirsche, Kuchen, Karriereende

Noch einmal der Mann im Mittelpunkt: Jetzt ist Schluss mit Schwimmen. Bild: AP

Michael Phelps gewinnt in Rio nochmal Gold. Nun soll Schluss sein. Der erfolgreichste Olympiateilnehmer der Historie tritt ab - diesmal endgültig. „Diese Staffel heute war der perfekte Abschluss für mich.“

          Die letzte Medaille? Gold, natürlich: Michael Phelps ist mit der amerikanischen Vier-mal-100-Meter-Lagenstaffel in Rio de Janeiro sein 23. Olympiasieg gelungen. Phelps, 31 Jahre alt, mit insgesamt 28 Medaillen der erfolgreichste Olympiateilnehmer der Historie, sagte tief in der Nacht auf der Pressekonferenz nach dem Rennen, er wisse selbst nicht, wann er begreifen werde, was ihm in seiner Schwimmkarriere gelungen ist. „Es waren wunderbare 20 Jahre – 20 Jahre!“, sagte Phelps, als es in Rio de Janeiro auf halb zwei zuging. „Diese Staffel heute war der perfekte Abschluss für mich.“ Für die amerikanische Olympiamannschaft war es der 1001. Olympiasieg. Die 1000. Goldmedaille hatte zuvor die Lagenstaffel der Frauen erschwommen.

          Phelps hatte schon vor dem letzten Rennen der Schwimmwettbewerbe im Olympiabecken ausgeschlossen, von diesem Rücktritt einen Rücktritt zu machen. „Auf gar keinen Fall“, hatte er gesagt, nachdem er mehrfach daraufhin gewiesen worden war, dass er mit fünf Siegen bei sechs Starts offenkundig mehr als konkurrenzfähig sei. Das erste Mal war Phelps nach den Olympischen Spielen von London zurückgetreten, hatte aber im Jahr 2014 sein Comeback angekündigt. Er sehe seine Zukunft jetzt vor allem darin, ein guter Familienvater zu sein. Phelps und seine Verlobte Nicole Johnson waren im Mai Eltern geworden.

          Phelps, Phelps, immer wieder Phelps: 23 Goldmedaillen gewann der Ausnahmeschwimmer - auch dank zahlreicher Staffeleinsätze. Bilderstrecke

          In Rio de Janeiro siegte er als Staffelschwimmer in beiden Freistilstaffeln und mit der Lagenstaffel; zudem gewann er die Einzelrennen über 200 Meter Schmetterling und 200 Meter Lagen. Über 100 Meter Schmetterling gewann er eine weitere Silbermedaille.

          Phelps hatte 2000 in Sydney als 15-Jähriger erstmals an Olympischen Spielen teilgenommen und war nach seinen WM-Titeln 2003 in Barcelona und den Olympiasiegen von Athen 2004 zum Superstar aufgestiegen. Sein letztes Rennen schwamm Phelps auf der dritten Lage der Staffel, der Schmetterlingsstrecke. Den Rückstand, den die Amerikaner auf die Briten hatten, als Phelps in Wasser sprang – Adam Peaty, der Olympiasieger über 100 Meter Brust, hatte seine Staffel in Führung gebracht – holte Phelps auf, er zog knapp am Engländer James Guy vorbei.

          Allerdings war Phelps durchaus Müdigkeit anzumerken. Als er Stunden später auf der Pressekonferenz erschien, sagte er, der letzte Sieg sei die „Kirsche auf dem Kuchen“. 

          Das amerikanische Schwimmteam beendete die Wettbewerbe dank Phelps und der viermaligen Olympiasiegerin Katie Ledecky als das mit riesigem Abstand erfolgreichste. Die Amerikaner gewannen 33 Medaillen, davon 16 goldene, Phelps und Ledecky sowie die Staffeln, in denen sie schwammen, allein neun. Die Australier gewannen drei Rennen und kamen auf insgesamt zehn Medaillen. Sie sind die zweiterfolgreichste Nation.

          Die olympische Medaillensammlung von Michael Phelps:

          Athen 2004:  6 x Gold (100m Schmetterling, 200m Schmetterling, 200m Lagen, 400m Lagen, 4x200m Freistil, 4x100m Lagen), 2 x Bronze (200m Freistil, 4x100m Freistil).

          Peking 2008: 8 x Gold (200m Freistil, 100m Schmetterling, 200m Schmetterling, 200m Lagen, 400m Lagen, 4x100m Freistil, 4x200m Freistil, 4x100m Lagen).

          London 2012: 4 x Gold (100m Schmetterling, 200m Lagen, 4x200m Freistil, 4x100m Lagen), 2 x Silber (4x100m Freistil, 200m Schmetterling)

          Rio de Janeiro 2016: 5 x Gold (200m Schmetterling, 200m Lagen, 4x100m Freistil, 4x200m Freistil, 4x100m Lagen), 1 x Silber (100m Schmetterling).

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