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Leichtathletik bei Olympia : Die erste Goldmedaille geht nach Äthiopien

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Davongelaufen: der Äthiopier Barega gewinnt über 10.000 Meter Bild: EPA

Bei der Olympia-Premiere der Mixed-Staffel rennen die deutschen Viertelmeiler ins Finale. Nicht gut läuft es für Kugelstoßerin Schwanitz. Dreispringerin Gierisch erwischt einen „Untentag“.

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          Bei der Olympia-Premiere der Mixed-Staffeln über 4 x 400 Meter in der Leichtathletik ist das deutsche Quartett ins Finale gerannt. Marvin Schlegel, Corinna Schwab (beide Chemnitz), Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß (Oldenburg) und Manuel Sanders (Dortmund) kamen am Freitag als Dritte des zweiten Vorlaufs nach 3:12,94 Minuten ins Ziel.

          Die Zeit gilt als deutsche Bestleistung, einen offiziellen Rekord gibt es hier nicht. Die bisherige Bestzeit stand bei 3:16,85 Minuten von Yokahama 2019. Erster im Lauf mit der deutschen Staffel wurde Belgien (3:12,75) vor Irland (3:12,88). Das Finale steht am Samstag (14.35 Uhr/MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Olympia, in der ARD und bei Eurosport) an.

          Barega gewinnt 10.000-Meterlauf

          Selemon Barega ist der erste Leichtathletik-Olympiasieger von Tokio. Der Äthiopier spurtete am Freitag über 10.000 Meter dem Weltmeister und Topfavoriten Joshua Cheptegei aus Uganda davon und gewann nach 27:43,22 Minuten Gold. Weltrekordler Cheptegei (27:43,63) musste sich mit Silber zufriedengeben, Bronze ging an Jacob Kiplimo (27:43,88) und damit ebenfalls an Uganda. 

          Der erst 21-jährige Barega hatte in der „Sauna“ von Tokio bei knapp 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit auf der letzten Runde die größten Kraftreserven. Nachdem die Läufer auf der ersten Hälfte des Rennens im Bummeltempo unterwegs waren, wurde es auf den zweiten 5000 Metern immer schneller. Barega setzte dann die entscheidende Attacke auf der letzten Runde und wehrte auf der Zielgeraden den Angriff von Cheptegei noch ab. 2012 und 2016 hatte Mo Farah das längste Stadion-Rennen gewonnen, für Tokio hatte sich der britische Topstar aber nicht mal qualifiziert.

          Schwanitz ausgeschieden

          Die frühere Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz hat unterdessen den Einzug ins Finale verpasst und muss ihren Medaillentraum bei Sommerspielen wohl endgültig begraben. Die 36-Jährige blieb in der Qualifikation mit 18,08 Meter deutlich unter den zum direkten Einzug in die Medaillenentscheidung am Sonntag (3.35 Uhr MESZ) geforderten 18,80 und gehörte auch nicht zu den zwölf Weitenbesten. Auch Katharina Maisch (17,89/LV Erzgebirge) schied aus. Sara Gambetta (Halle/Saale) schaffte es mit 18,57 Meter hingegen ins Finale.

          Macht nicht nur den Athleten Laune: Mixed-Staffeln mit Deutschland (links)
          Macht nicht nur den Athleten Laune: Mixed-Staffeln mit Deutschland (links) : Bild: EPA

          Schwanitz, deren Bestweite vom WM-Triumph 2015 in Peking bei 20,77 Meter steht, war nach einem Bandscheibenvorfall im Frühjahr erst spät in die Saison gestartet. Nach Tokio war sie mit einer Jahresbestweite von 18,63 gereist. Es war ihre vierte enttäuschende Teilnahme an Olympischen Spielen: 2008 (Platz elf) und 2012 (Platz zehn) lief es nach Verletzungsproblemen nicht nach Wunsch. 2016 erlebte sie als Favoritin und aktuelle Weltmeisterin eine bittere Enttäuschung als Sechste.

          Zwei Zentimeter fehlen

          Auch die Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack hat das Olympia-Finale (Sonntag, 13.15 Uhr MESZ) verpasst. Die deutsche Meisterin landete mit 14,20 Metern in der Qualifikation auf Rang 14. Eine Weite von 14,22 hätte ihr zum Weiterkommen gereicht. Anfang Juni war die Sportsoldatin in Braunschweig passende 14,26 Meter gesprungen. Die ehemalige Hallen-WM-Zweite Kristin Gierisch verletzte sich nach einem abgebrochenen Sprung auf 13,02 Meter, verzichtete auf den dritten Versuch und scheiterte ebenfalls in der Qualifikation.

          „So ist es im Sport, nichts läuft linear. Es geht nach oben, nach unten, heute war leider so ein Untentag“ sagte die verletzte Dreispringerin nach ihrem Aus. Sie wolle sich aber von der Enttäuschung in Tokio „nicht unterkriegen“ lassen. Schließlich habe sie in diesem Jahr auch mit einem Trainerwechsel „relativ viel durchgemacht“. Sie blicke dennoch „super zuversichtlich“ nach vorne, versicherte die 30-Jährige von Bayer Leverkusen: „Ich will zum Physio und zum Doc, es muss schnell gehen jetzt.“

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