https://www.faz.net/-gtl-aeecj

Leichtathletik bei Olympia : Duplantis in einsamen Höhen

  • Aktualisiert am

In einsamen Höhen: Armand Duplantis Bild: AFP

Armand Duplantis fliegt zum Olympiasieg im Stabhochsprung. Altmeister Renaud Lavillenie quält sich mit Knöchelproblemen. Das deutsche Final-Duo nimmt nur Erfahrungen mit.

          2 Min.

          Der Schwede Armand Duplantis ist in den Olymp geflogen. Der Weltrekordler krönte sich im Stabhochsprung zum König von Tokio. Der 21-Jährige, der nur „Mondo“ gerufen wird, flog am Dienstag ohne Fehlversuch über 6,02 Meter und holte sich seine erste Goldmedaille. Duplantis scheiterte erst knapp, als er versuchte seine eigene Bestmarke von 6,18 Metern um einen Zentimeter zu verbessern. Silber sicherte sich der US-Amerikaner Christopher Nilsen (5,97) vor Rio-Olympiasieger Thiago Braz aus Brasilien (5,87).

          Die deutschen Stabhochspringer Oleg Zernikel und Bo Kanda Lita Baehre meisterten nur die 5,70 Meter und hatten mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun. Der deutsche Meister Zernikel wurde Neunter, Lita Baehre landete auf einem geteilten elften Platz. Torben Blech war schon in der Qualifikation ausgeschieden.

          „Es ist nicht mein Anspruch gewesen, nur ins Finale zu kommen. Ich bin in den Wettkampf gekommen, um um die Medaillen mitzuspringen. Ich wollte mich mit den Besten messen, das ist mir leider nicht gelungen, es ist natürlich enttäuschend“, sagte Lita Baehre, der bei seinen ersten beiden Versuchen über 5,80 mit viel Wind „Kackbedingungen“ hatte. Im dritten Versuch war er technisch nicht sauber. „Ich habe einfach nicht performt.“

          London-Gewinner Renaud Lavillenie plagte sich mit Knöchelproblemen durch den Wettkampf. Der Franzose überwand nur 5,70 Meter und wurde damit Achter. Lavillenie hatte sich erst vor rund zwei Wochen am Knöchel verletzt. Nun das Missgeschick beim Einspringen: Er wurde zurückgeworfen, verpasste die Matte und landete unglücklich.

          Anschließend musste Lavillenie sein rechtes Sprunggelenk einsprühen und bandagieren, das linke war schon längst getaped. Gezeichnet und mit sich hadernd ließ er die Starthöhe von 5,55 erst einmal aus - die 5,70 nahm er dann gleich im ersten Versuch. Im Gespräch mit Duplantis deutete er auf seinen rechten Fuß und verzog das Gesicht. An 5,92 Metern scheiterte Lavillenie schlussendlich.

          Wieder ein bitterer Olympia-Tag für ihn. 2016 in Rio war er bei der Siegerehrung von den brasilianischen Zuschauern ausgebuht worden. Als die Nationalhymne für Braz erklang, liefen ihm Tränen übers Gesicht. Vielleicht greift er in Paris 2024 mit dann 37 Jahren noch einmal an.

          Die dünne Höhenluft genießt dagegen nur Duplantis. Fast schon traumwandlerisch sicher meisterte er alle Höhen inklusive der Marke von 6,02. Dann ließ er 6,19 auflegen - im Februar 2020 hatte er sich in Glasgow mit 6,18 Metern den Weltrekord gesichert. Der erste Versuch misslang knapp, als er die Latte mit der Brust touchierte. Den zweiten Versuch brach er ab, auch der dritte klappte nicht.

          In diesem Jahr unterlag Duplantis nur in der Wind- und Wetterlotterie im englischen Gateshead beim Diamond-League-Meeting im Mai dem zweimaligen Weltmeister Sam Kendricks. Der US-Amerikaner war allerdings einen Tag vor Beginn der Leichtathletik-Wettkämpfe positiv auf Corona getestet worden und durfte in Tokio nicht antreten. Die Show hätte aber auch er Duplantis wohl kaum gestohlen.

          Weitere Themen

          Schonungslos

          Die Krise des DOSB : Schonungslos

          Detailliert legen Berichte offen, welche Probleme sich im Dachverband türmen. Doch der nächste DOSB-Präsident wird zunächst nur für ein Jahr gewählt.

          Fischer will Präsident bleiben

          Eintracht Frankfurt : Fischer will Präsident bleiben

          Der Präsident von Fußball-Bundesligaklub Eintracht Frankfurt, Peter Fischer, kündigt eine weitere Kandidatur an. Derweil verzeichnet der Verein mittlerweile 93.000 Mitglieder.

          Topmeldungen

          Das letzte Triell ist vorbei, in einer Woche stimmen die Deutschen ab.

          TV-Triell : Insel der Glückseligen

          Zukunft der EU? Halbleitermangel? Digitalisierung Deutschlands? Um langfristig zentrale wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Fragen drückte sich auch dieser Fernseh-Wettstreit herum. Schade.

          Post-Ost-Generation : Baby, für dich bin ich Russland!

          Unter jungen Russlanddeutschen brodelt es. Ihre Eltern und Großeltern wollten meistens schweigen. Die Kinder aber machen ihre Geschichte sichtbar – auch, wenn das Wunden aufreißt.
          Mike Pence im Juli in Washington

          Republikaner in Amerika : Will Mike Pence Präsident werden?

          Donald Trumps ehemaliger Vizepräsident tourt durch das Land und macht Wahlkampf für republikanische Kongresskandidaten – und wohl auch für sich selbst. Er könnte bei den Vorwahlen 2024 antreten.
          Um auch nach dem frühen Verlust eines Elternteils eine Erinnerung an Mama oder Papa zu haben, gibt es das Angebot des Hörbuchs für die Kinder.

          Todkranke Eltern : Fünfzig Kapitel Lachen

          Wenn Erwachsene unheilbar erkranken, wünscht man sich die Zeit anhalten zu können. Nun ist das beinahe möglich. Eltern können ihren Kinder etwas hinterlassen: eine Audiobiographie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.