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Neue Technik bei Olympia : Das autonome Auto, das den Diskus bringt

Der Fortschritt in Tokio: Simon Pettersson schaut gespannt. Bild: Imago

Der Transport einiger Sportgeräte bei den Sommerspielen in Japan wird auch mit Künstlicher Intelligenz gesteuert und liefert so einen kleinen Blick in die Zukunft des Autos. Was steckt dahinter?

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          Im Vergleich zur Premiere vor 57 Jahren hat Japan bei den Olympischen Spielen in Tokio der Welt technisch nicht viel zu bieten: keine neue Einschienenbahn zum Flughafen, keine neue Stadtautobahn, kein neuer Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die von Panasonic projizierte Videoshow auf der Laufbahn vor dem 100-Meter-Lauf der Herren war beeindruckend, wie auch die von Intel (amerikanisch!) mit 1824 Drohnen in den Nachthimmel über dem Stadion geflogene Weltkugel. Aber Innovationen, die vom Fortschritt zeugen und wie 1964 für alle sichtbar Optimismus und eine bessere Zukunft verheißen? Fehlanzeige.

          Nicht mehr ferngesteuert

          Auftritt Toyota im Olympiastadion in Tokio, doch man muss schon genau hinschauen. Kleine Wägelchen, die auf dem Grün des Sportfeld herumfahren und Diskusscheiben oder Speere zu den Sportlern zurück transportieren, kennt der erfahrene olympische Zuschauer schon seit Peking, London oder Rio. In Tokio aber ist etwas anders.

          Die Wägelchen sind nicht ferngesteuert, sondern es sind Roboterautos, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz autonom fahren. Die ein Meter langen Fahrzeuge geben so einen kleinen Blick in die Zukunft des Autos, wie Toyota sie sich vorstellt.

          Eigenständig folgen die Roboterautos den Helfern zur Aufprallstelle des Diskus oder Speers und werden beladen. Ohne Lenkung von außen fahren sie von dort zur Abwurfstelle und wieder zurück in eine Warteposition. Die Wägelchen weichen Menschen und Hindernissen aus und sind so programmiert, dass sie auch das Gras nicht beschädigen.

          Toyota hat keine Pläne, die speziell für die Spiele entwickelten Roboterautos in Serie zu verkaufen. Die Technik könnte aber in anderen, unbemannten Fahrzeugen verwendet werden, heißt es. So kommen die Wägelchen nicht so beeindruckend daher wie 1964 der Schnellzug Shinkansen. Aber als Symbol des technischen Fortschritts während der Spiele von Tokio werden sie in Erinnerung bleiben.

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