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Judo bei Olympia in Japan : „Nicht ohne meinen Bruder“

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Gold für die kleine Schwester Uta Abe: „Ich hätte es nicht ohne meinen älteren Bruder bis hierher schaffen können.“ Bild: AFP

Uta und Hifumi Abe gelingt bei den Olympischen Spielen in Tokio ein einzigartiges Doppel-Kunststück im japanischen Volkssport Judo: sie gewinnen Geschwister-Gold am gleichen Tag.

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          Die Geschwister Uta und Hifumi Abe haben Japan olympisches Doppel-Gold im Judo beschert. Die 21-jährige Uta Abe holte sich am Sonntag im ehrwürdigen Nippon Budokan von Tokio den Olympiasieg in der Klasse bis 52 Kilogramm, wenig später triumphierte ihr zwei Jahre älterer Bruder Hifumi in der Kategorie bis 66 Kilogramm.

          Die Abe-Geschwister gehören zu den Stars in Japans Mannschaft. Schon bei den Weltmeisterschaften 2018 in Baku hatten beide am selben Tag den Titel gewonnen. „Ich hätte es nicht ohne meinen älteren Bruder bis hierher schaffen können. Ich weiß ja nicht mal, ob ich ohne ihn überhaupt Judo erlernt hätte“, hatte Uta Abe schon vor den Sommerspielen gesagt.

          Die jüngere Schwester begann als Fünfjährige mit Judo, inspiriert von ihrem großen Bruder. Wie Hifumi kämpft sie schnell und aggressiv und jagt mit einem Stil, der „zu etwa 70 Prozent von meinem Bruder beeinflusst ist“, um den Sieg. In ihrem olympischen Finale bezwang sie die französische Weltranglisten-Zweite Amandine Buchard in der Verlängerung durch Ippon.

          Hifumi Abe hatte sich erst in letzter Minute den letzten Startplatz in Japans Judo-Team für Olympia gesichert. In seinem Endkampf gewann er gegen den Georgier Wascha Margwelaschwili durch Waza-ari.

          Gold für den großen Bruder: Hifumi Abe
          Gold für den großen Bruder: Hifumi Abe : Bild: AFP

          Für das Team des Olympia-Gastgebers waren es bei den Heimspielen bereits die Goldmedaillen Nummer vier und fünf. Mit nun insgesamt 42 Olympia-Goldmedaillen ist Japan die mit Abstand erfolgreichste Nation im Judo.

          Keine Erfolge für deutsche Starter

          Für die deutschen Starter gab es in Tokio bisher nur Niederlagen. Sebastian Seidl aus Abensberg verlor am Sonntag sein Duell in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm mit dem Russen Jakub Schamilow durch Bestrafungen in der Verlängerung. Der 31-Jährige wurde mit einem dritten Shido bestraft und dadurch disqualifiziert. Am Vortag waren Katharina Menz und Moritz Plafky ebenfalls zum Auftakt gescheitert. Das Trio gehörte nicht zu den Anwärtern für eine Medaille.

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