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Japans Olympiaministerin : Spiele „um jeden Preis“ austragen

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Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto: „Die Athleten arbeiten an ihren Standorten sehr hart für die Spiele im nächsten Jahr. Ich denke, sie müssen um jeden Preis stattfinden.“ Bild: AP

„Mit oder ohne Covid-19“, die Olympischen Spiele sollen im kommenden Sommer „um jeden Preis“ stattfinden, sagt Japans Olympiaministerin Seiko Hashimoto einen Tag vor einer Sitzung der IOC-Exekutive.

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          Olympia „um jeden Preis“ - und „mit oder ohne Covid-19“: Einen Tag vor der Sitzung der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) haben sich die Verantwortlichen klar wie noch nie positioniert. Die ins kommende Jahr verschobenen Sommerspiele sollen durchgezogen werden - koste es, was es wolle. Eine erneute Absage wird es nicht geben.

          „Die Athleten arbeiten an ihren Standorten sehr hart für die Spiele im nächsten Jahr. Ich denke, sie müssen um jeden Preis stattfinden“, sagte Japans Olympiaministerin Seiko Hashimoto. IOC-Vize John Coates erklärte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, dass die Spiele definitiv ausgetragen werden, auch wenn die Pandemie noch nicht überwunden ist. Er wird auf der Sitzung der IOC-Exekutive am Mittwoch über den Stand der Vorbereitungen berichten.

          Im März hatten Japan und das IOC mit dem deutschen Präsidenten Thomas Bach an der Spitze beschlossen, Olympia wegen der raschen Ausbreitung des neuen Coronavirus um ein Jahr zu verschieben. Neuer Starttermin ist nun der 23. Juli 2021. „Es sollten eigentlich die Spiele des Wiederaufbaus werden, nach der Zerstörung durch den Tsunami“, sagte Coates mit Verweis auf die Fukushima-Katastrophe von 2011: „Nun werden es die Spiele sein, die Corona überwunden haben. Ein Licht am Ende des Tunnels.“

          Eine Taskforce aus Mitgliedern des Organisationskomitees und japanischer Regierungsbehörden traf sich in dieser Woche zum ersten Mal, um Gegenmaßnahmen gegen die Pandemie zu entwickeln. Das OK teilte mit, dass in Abstimmung mit allen relevanten Organisationen „alle Anstrengungen unternommen werden, um sichere Spiele zu gewährleisten.“

          Dabei sind sowohl die japanische Bevölkerung als auch die Wirtschaft des Landes mehrheitlich gegen Olympia. Das Tokio Shoko Research hat erst Ende August bei 12.857 Firmen angefragt - immerhin 53,6 Prozent von ihnen sprachen sich dafür aus, die Sommerspiele nicht stattfinden zu lassen oder sie zumindest abermals zu verschieben. Innerhalb der japanischen Bevölkerung befürworteten lediglich 23,9 Prozent die geplante Austragung.

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          Zu groß und zu präsent ist die Sorge vor Corona. Mehr als 70.000 Japaner sind oder waren an COVID-19 erkrankt, 1380 Todesfälle wurden diagnostiziert. Die Zahlen zeigen, dass Japan im weltweiten Vergleich noch relativ milde getroffen ist von der Pandemie. Doch was passiert, wenn plötzlich Gäste und Sportler aus aller Welt einreisen und dann noch immer kein Impfstoff oder Medikament zur Behandlung der Krankheit verfügbar ist? Diese Fragen und Ängste waren schon zum Zeitpunkt der Verschiebung da - und sind seitdem nicht verschwunden.

          Eine erneute Verschiebung oder gar die komplette Absage würde jedoch extrem viel Geld kosten und ist laut IOC derzeit kein Thema. Ob Zuschauer in den Arenen zugelassen sein werden, ist noch offen.

          Zuletzt hatte Organisationschef Toshiro Muto in einem BBC-Interview erklärt, das Organisationskomitee erwäge eine Austragung vor einer begrenzten Zuschauerzahl. Auch Bach schließt diese Lösung nicht mehr aus, auch wenn er weiter sagt: „Olympia ohne Zuschauer ist nicht das, was wir wollen, und es ist nicht das, auf was wir hinarbeiten.“ Jeder Stein werde bei der Planung umgedreht, „all das, was Athleten und den Sport betrifft“ bleibe aber „unverändert“, sagte Bach.

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