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IOC-Session in Rio : Anti-Doping-Kampf soll reformiert werden

  • Aktualisiert am

Wada-Chef Craig Reedie Bild: AFP

Nach dem Skandal um russisches Staatsdoping kündigt der Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur eine grundlegende Reform im Kampf gegen verbotene Substanzen an. Ein anderer Funktionär macht derweil IOC-Präsident Bach schwere Vorwürfe.

          Nach dem eklatanten Versagen des Anti-Doping-Kampfes im Fall Russland steht das System vor einer grundlegenden Reform. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada stellen – zumindest öffentlich – ihren Streit der vergangenen Tage über mögliche Versäumnisse, ob rechtzeitig und angemessen auf die Erkenntnisse über russisches Staatsdoping reagiert worden ist, zurück.

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          Zum Abschluss des ersten Tages der IOC-Session sagte Wada-Chef Craig Reedie: „Das System ist derzeit nicht schlecht, aber es kann verbessert werden.“ Reedie wies jedoch wieder den Vorwurf – auch von IOC-Präsident Thomas Bach – zurück, die Wada habe zu spät reagiert. Erst als russische Informanten an die Wada herangetreten seien, hätten die nötigen Beweise gesammelt werden können. Reedie verteidigte, dass der sogenannten McLaren-Report so kurzfristig vor den Sommerspielen in Rio veröffentlicht worden sei. Der Bericht des unabhängigen Ermittlers Richard McLaren sei so schockierend gewesen, dass die Ergebnisse nicht hätten zurückgehalten werden können.

          „Nicht dauerhaft die Regeln brechen“

          Derzeit versuchen die internationalen Sportfachverbände in Zusammenarbeit mit dem Sportgerichtshof Cas und dem IOC die russischen Sportler zu bestimmen, die am Freitag bei der Eröffnungsfeier der Rio-Spiele einmarschieren könnten.

          Für Reedie ist bei einer Reform entscheidend, dass Informanten, sogenannte Whistleblower, bestärkt werden, ihr Wissen über betrügerische Praktiken den Fahndern anzuvertrauen. Auch müssten robuste Strafen her, um die Spielregeln für sauberen Sport durchzusetzen. Für den Wada-Chef ist durch den Fall Russland inzwischen mehr Verständnis für die Arbeit der Doping-Fahnder vorhanden. „Es ist unbedingt nötig, dass das größte Land der Welt nicht dauerhaft die Regeln bricht“, sagte er.

          Zu Beginn der Session, der Hauptversammlung der IOC-Mitglieder, gab es eine gut zweistündige Aussprache über die Konsequenzen aus dem Fall Russland. Am Ende stützten 85 der derzeit 90 IOC-Mitglieder Bachs Kurs, nur der Brite Adam Pengilly stimmte dagegen. Der deutsche IOC-Präsident stellte noch einmal klar, dass das IOC die Wada nicht zerstören wolle. „Es geht um spürbare Verbesserungen, um ein effizienteres und robusteres System zu bekommen und damit sich eine Situation wie im Moment nicht wiederholt.“ Der Präsident zeigte sich dabei offen, das Thema Doping auf einer außerordentliche Session zu beraten.

          Unterdessen werden Bach aber vom IOC-Alterspräsidenten Richard Pound schwere Vorwürfe gemacht. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt der langjährige Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees, dass es den Anschein habe, Bach hätte im Umgang mit der russischen Staatsdoping-Affäre diskrete Absprachen getroffen. Seiner Meinung nach sehe es so aus, „als sei alles schon vor der Exekutivsitzung aufgestellt worden“, sagte Pound der SZ. Dass das Komitee nach einer mehrstündigen Sitzung bereits kurz darauf „sehr präzise, juristisch saubere 13 Seiten“ vorlegt, in dem es seine Entscheidung begründet, verwundert Pound. Auf die Frage, ob das Dokument vorbereitet gewesen sei, antwortet er: „Wäre eine Möglichkeit“.

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