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Fußball-Gold für Mexiko : Brasilien erholt sich nicht

  • Aktualisiert am

Wieder kein Gold für Brasilien: Neymar leidet in London Bild: AFP

Nach 1984 und 1988 wird Brasilien wieder Zweiter beim olympischen Fußballturnier. Im Finale gegen Mexiko erholt sich der WM-Gastgeber von 2014 nicht mehr vom Gegentor nach nur 27 Sekunden.

          Mit hängenden Köpfen schlichen Brasiliens Fußballer zur Siegerehrung. Statt mit dem Triumphzug zum ersten Olympia-Gold endete das Turnier in London für die Selecao in einem Trauermarsch. Auch der aufmunternde Applaus der Zuschauer konnte die Spieler des fünfmaligen Weltmeisters nicht trösten. Nur zögernd stiegen sie bei der Medaillen-Zeremonie auf das Podest.

          Die neben ihnen vor Freude hüpfenden Mexikaner würdigten die Spieler des gestürzten Favoriten mit keinem Blick. Zu tief saß der Frust über die verpasste Chance, der stolzen Fußball-Nation Brasilien endlich den ersten Olympiasieg zu bescheren. „Sie können an meinem Gesichtsausdruck ablesen, wie enttäuscht ich bin“, sagte Brasiliens Trainer Mano Menezes mit finsterer Miene. „Wir waren nah dran, aber wir haben es wieder nicht geschafft.“

          Auf den Nationalcoach kommen jetzt schwere Zeiten zu. Am Zuckerhut hatte jeder Gold als Steilvorlage für eine erfolgreiche Heim-Weltmeisterschaft in zwei Jahren erwartet. Dass es am Ende zum dritten Mal nach 1984 und 1988 nur zu Silber reichte, schwächt die Position des schon zuvor umstrittenen Coaches weiter. Vor der Londoner Olympia-Rekordkulisse von 86.162 Zuschauern erzielte Oribe Peralta beide Treffer für die Mexikaner, die erstmals Olympiasieger im Fußball wurden.

          Bereits nach 27 Sekunden brachte der Angreifer sein Team in Führung. In der 75. Minute erhöhte der 28-Jährige auf 2:0. Der Anschlusstreffer der Brasilianer durch Hulk (90.+1) kam zu spät. Bronze hatte sich am Freitagabend Südkorea durch ein 2:0 (1:0) über Japan gesichert. Die deutschen Fußballer waren nicht für die Sommerspiele qualifiziert.

          Mexikanische Freude: Nach dem 2:1-Sieg im Endspiel gibt es Gold Bilderstrecke

          „Das ist eine tolle Sache für unsere Landsleute und für alle Mexikaner, die in den Vereinigten Staaten leben. Zu Hause tanzen die Menschen auf den Straßen“, sagte Mexikos Trainer Luis Fernando. „Meine Jungs mit der Goldmedaille um den Hals die Nationalhymne singen zu sehen, war ein unglaublicher Moment.“

          Die Mexikaner erwischten einen perfekten Start. Bereits nach 27 Sekunden erzielte Peralta die Führung für den Außenseiter. Vorausgegangen war ein grober Schnitzer von Brasiliens Rechtsverteidiger Rafael, der den Ball vertändelte. Bei der Siegerehrung wurde der Profi von Manchester United von den gefrusteten brasilianischen Fans ausgepfiffen Brasilien wirkte danach vor den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge sichtlich geschockt.

          Eine weitere Enttäuschung für Brasilien

          Die gefürchtete Offensive der Selecao um Neymar, Oscar und Leandro Damiao kam nicht wie gewohnt in Schwung. In allen fünf bisherigen Partien des Turniers hatten die Gelb-Blauen stets drei Treffer erzielt. Doch ausgerechnet im Finale stockte die Offensiv-Maschinerie.

          Auch die frühzeitig Einwechslung von Stürmer Hulk vom portugiesischen Spitzenklub FC Porto bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde brachte nicht den erwünschten Erfolg. Die Mexikaner verlegten sich auf Konter und machten eine Viertelstunde vor Schluss alles klar. Nach einer Ecke köpfte Peralta wuchtig zum 2:0 ein. Hulk gelang zwar noch das 1:2, doch dann war die Zeit abgelaufen. Die stolze Fußball-Nation Brasilien war um eine weitere olympische Enttäuschung reicher.

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