https://www.faz.net/-gtl-aejah

Finalwochenende bei Olympia : Die Franzosen können alles

  • -Aktualisiert am

Der Anführer: Nikola Karabatic ist der Fixpunkt im französischen Handballteam. Bild: Reuters

Basketball, Handball, Volleyball – viermal im Endspiel, einmal um Bronze: Frankreich kämpft am finalen Wochenende bei Olympia in Tokio in den Ballsportarten im Team noch um einige Medaillen.

          4 Min.

          Basketball: Das amerikanische Team peilt die vierte Goldmedaille nacheinander an – doch im Finale an diesem Samstag (4.30 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia, im ZDF und bei Eurosport) stehen ihnen ausgerechnet die Franzosen im Weg. Schon zum Auftakt der Sommerspiele standen sich die beiden Mannschaften gegenüber, und dabei fügten die weiter ungeschlagenen Europäer dem Favoriten in der Gruppenphase die erste Niederlage bei Olympia seit 17 Jahren zu.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Schon bei der vergangenen WM 2019 hatte Frankreich, das erstmals seit 21 Jahren um Olympia-Gold kämpft, die USA im Viertelfinale aus dem Turnier geworfen. Nach 1948 und 2000 kommt es zum dritten Mal zum Finale zwischen den USA und Frankreich.

          Frauen-Basketball: Für die französischen Frauen hat es dagegen nicht ganz gereicht. Japan setzte sich im Halbfinale deutlich durch, ist aber gegen die USA krasser Außenseiter. Die Amerikanerinnen haben 54 Spiele in Serie bei Olympia gewonnen. Frankreich spielt am Samstag (4.30 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia, im ZDF und bei Eurosport) um Bronze gegen Serbien.

          Handball: Es war das unwichtigste Spiel dieses Turniers, in dem sich Nikola Karabatić am meisten aufregte. 1. August, Vorrunde, Frankreich gegen Norwegen. Die Franzosen hatten das Viertelfinale gegen Bahrein als Gruppenerster schon erreicht. Norwegen führte deutlich. Und doch nahm Coach Christian Berge 20 Sekunden vor Schluss eine Auszeit. Das ist ein No-Go: Macht man nicht. Es gibt ja nichts mehr anzusagen.

          Das verdeutlichte Karabatić später in der Interviewzone dem norwegischen Assistenztrainer: „Was soll das, das war Verarschung“, sagte Karabatić auf Deutsch zu Børge Lund, mit dem er beim THW Kiel zusammengespielt hat. Als der offizielle Interviewer nachfragte, warum sich Karabatić so geärgert habe, winkte der nur ab und sagte auf Englisch: „Ach, ist auch egal, ich müsste es dem Headcoach sagen, und er ist nicht der Headcoach.“ Ehrgeiziger als andere ist Karabatić immer gewesen. Aber mit 37 Jahren weiß er eigentlich auch, wann es lohnt, sich richtig aufzuregen – in dieser Szene dann doch nicht.

          Dass dieses Handball-Genie überhaupt dabei ist in Tokio, kam wegen seines Kreuzbandrisses im Oktober überraschend. Und nun strebt er die dritte Goldmedaille nach 2008 und 2012 an – am Samstag (14.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zu Olympia, im ZDF und bei Eurosport) treffen Frankreich und Dänemark aufeinander. Die Giganten dieser Sportart duellieren sich also wieder wie vor fünf Jahren in Rio, als Dänemark gewann. Frankreich besiegte am Donnerstag die Ägypter letztlich auch dank der fünf Treffer Karabatićs leicht 27:23.

          Die Dänen machten sich das Leben gegen die Spanier in der zweiten Halbzeit schwer, hatten aber Mikkel Hansen, dessen zwölf Tore maßgeblich für den nächsten Finaleinzug waren. Hansen ist vier Jahre jünger als Karabatić; die Auftritte der beiden in Tokio haben bewiesen, dass die Zeit der großen Anführer noch lange nicht vorbei ist – und wenn es einen Trend im Welthandball gibt, dann den, dass es ohne einen dominierenden und treffsicheren Spieler im Rückraum nicht geht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel

          Verteidigungsplanung der NATO : Die Kunst flexibler Abschreckung

          Die NATO richtet ihre Verteidigung auf hybride Kriegsführung aus. Nun wird ermittelt, was die Mitglieder dafür können müssen. Das ist auch für die nächste Bundesregierung von Bedeutung.
          IWF-Chefökonomin Gita Gopinath

          Führungswechsel : Chefvolkswirtin verlässt den IWF

          Gita Gopinath geht zurück an die Harvard-Universität. Ihr Rücktritt erfolgt in einer Zeit, in der die Chefin des Währungsfonds in der Kritik steht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.