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Diskriminierung bei Olympia : Knipsende Denunzianten

  • -Aktualisiert am

Unverfänglich: ein Selfie mit der Countdown-Uhr der Olympischen Spiele Bild: Reuters

Eifrige Japaner sollen ausländisch aussehende Menschen fotografieren, damit Behörden prüfen können, ob sie gegen die olympischen Corona-Vorschriften verstoßen. Wer muss hier eigentlich vor wem geschützt werden?

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          Man soll höflich sein gegen Gastgeber, das gilt auch für die olympischen. Trotzdem muss es erlaubt sein, auch einmal den unlogischen Umgang der japanischen Organisatoren mit ihren Gästen zu hinterfragen.

          Gut, die Spiele in Tokio, um die sie einst buhlten, sind zur Last geworden. Aber deshalb ist es noch lange nicht notwendig, dass eifrige Japaner jeden ausländisch aussehenden Menschen auf der Straße fotografieren und Bilder ins Netz stellen, damit die Behörden prüfen können, ob er eventuell gegen die Corona-Vorschriften Luft schnappt.

          Kann nicht sein? Genau so wird es den Besuchern in den einschlägigen Unterlagen angedroht. Corona ist gefährlich, ja, aber das klingt nach amtlich angeordneter Diskriminierung und knipsendem Denunziantentum. Zumal von den Gästen weniger Corona-Gefahr ausgeht als von den Japanern selbst.

          Athleten und Begleiter, so gibt es das Internationale Olympische Komitee an, werden zu 85 Prozent komplett geimpft oder immun sein und weiter getestet. Das Gros der Medienvertreter auch. In Japan dagegen beträgt die Impfquote kaum 20 Prozent. Da wollen wir doch leise anfragen: Wer muss hier eigentlich vor wem geschützt werden?

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

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