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Tischtennis : Die Platte gehört China

Shiwen Liu und das chinesische Team sind auch in Rio im Tischtennis unschlagbar. Bild: dpa

Der Favorit war einfach zu stark: Die deutschen Tischtennis-Frauen kassieren im Olympia-Finale gegen China eine deutliche Niederlage. Aber im Grunde gewinnen sie die Silbermedaille.

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          Einen Satz, immerhin. China führte 2:0, als in der dritten Partie, dem Doppel, die deutschen Tischtennis-Spielerinnen Petrissa Solja und Shan Xiaona alles daran setzten, nicht ganz ohne Zeichen unterzugehen in diesem olympischen Finale. Es gelang: 11:9 gewannen sie den dritten Satz. Es sollte der einzige bleiben.

          Gold im Mannschaftswettbewerb gewinnen die Chinesinnen, natürlich, auch in Rio 2016. Silber für Deutschland – besser standen die deutschen Frauen noch nie da. Und beim Gedanken an dieses olympische Turnier werden den Deutschen wohl immer wieder die Bilder des dramatischen Siegs über die Japanerinnen am Sonntag vor Augen erscheinen, als erst ein Ball, der auf die Kante des Tisches fiel im fünften Satz des fünften Spiels für das entscheidende 11:9 sorgte.

          Um jeden Punkt gekämpft

          „Es wäre verrückt, wenn ich sagen würde, ich bin mit Silber nicht zufrieden“, sagte Jie Schöpp anschließend. „Die drei haben alles probiert, um jeden Punkt gekämpft – und doch so wenige gewonnen.“ So ist das im Tischtennis: Totale Überlegenheit der Chinesinnen, selbst gegenüber Gegnerinnen, die im selben Land geboren sind wie sie. Han Ying begann stark gegen Li Xiaoxia, führte im ersten Satz sogar mit 11:9, doch die Chinesin blieb konzentriert, machte die entscheidenden zwei Punkte und schaute nicht mehr zurück. Im folgenden Satz gewann Han Ying nur noch drei Punkte, auch Satz drei ging klar an die Chinesin.

          Die Berlinerin Petrissa Solja hatte in ihrem Match gegen Liu Shiwen keine Chance.

          Noch eindeutiger war das zweite Einzel: Petrissa Solja hatte keine Chance gegen Liu Shiwen, die Berlinerin verlor 3:11, 5:11, 4:11. Dabei war ja richtig, was Jie Schöpp gesagt hatte: Petrissa Solja kämpfte, versuchte Druck zu machen, doch nahezu jeden harten Schlag der Deutschen konterte die Chinesin mit einer weit härteren Antwort. „Man spielt einen Ball, den man sonst nie spielt“, sagte Solja anschließend, „und die spielen ihn besser zurück, das ist schon verdammt schwer gegen die. Man muss versuchen, den ersten Satz zu gewinnen, sie unter Druck zu setzen.“

          Im Doppel gelang Solja und Shan Xiaona das immerhin, wenn auch nicht im ersten Satz, sondern im dritten. Den vierten Satz verloren die Deutschen dann 7:11 gegen Ding Ning und Liu Shiwen. „Es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir begreifen, was wir geschafft haben“, sagte Petrissa Solja nach der Siegerehrung. „Silber. Das hat man das ganze Leben lang.“

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