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Niederlage gegen Hongkong : Tischtennis-Frauen verkrampft zu Platz vier

  • -Aktualisiert am

Petrissa Solja (hinten) im Match gegen Doo Hoi Kem: Knapp gescheitert Bild: Reuters

Die deutschen Tischtennis-Frauen strebten eine Wiederholung ihrer Überraschung von Rio an. Doch im Spiel um Bronze erfüllen sich die Hoffnungen gegen Hongkong nicht.

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          Als Außenseiter spielt sich’s leichter. Mit dieser Erkenntnis endete das olympische Tischtennisturnier für die deutsche Damen-Mannschaft. Im Spiel um Bronze unterlag die Auswahl des Deutschen Tischtennis Bunds (DTTB) Hongkong überraschend 1:3 und steht nun mit leeren Händen da.

          Bis zu dieser Partie war das Turnier für die Deutschen gut verlaufen: Nach einem Pflichtsieg gegen Australien hatte ein hart erkämpftes 3:2 im Viertelfinale gegen Südkorea Medaillenhoffnungen geweckt; das erwartete 0:3 im Halbfinale gegen den turmhohen Favoriten China hatte dem keinen Abbruch getan. Doch gegen Außenseiter Hongkong wurden die deutschen Frauen mit dem eigenen Erwartungsdruck nicht fertig.

          „Vor dem Turnier wäre ich wahrscheinlich mit dem vierten Platz zufrieden gewesen“, sagte Bundestrainerin Jie Schöpp. Nach dem Triumph 2016 in Rio, wo ihr Team als krasser Außenseiter im Halbfinale Japan besiegt und Silber gewonnen hatte, sei ein abermaliger Halbfinaleinzug schließlich ein großer Erfolg. „Aber jetzt standen wir hier, und gerade gegen Hongkong macht man sich natürlich Hoffnungen“, gab Schöpp zu.

          Der entscheidende Unterschied lag darin, dass ihre Spielerinnen – dieselben drei wie 2016 in Rio – mit der Favoritenrolle nicht klargekommen seien. „Gegen Japan im Halbfinale vor fünf Jahren hatten wir nichts zu verlieren. Hier haben wir zwar gesagt, wir brauchen keine Angst zu haben. Am Tisch aber hat man gemerkt, dass wir uns den Druck des Favoriten machen.“

          In der Tat: Trotz eines Auftakterfolgs im Doppel durch Petrissa Solja und Shan Xiaona agierten die deutschen Spielerinnen verkrampft. Abwehrspielerin Han Ying, sonst die zuverlässigste Punktelieferantin der DTTB-Auswahl, konnte gegen Minnie Soo bei einer 10:6-Führung im ersten Durchgang vier Satzbälle nicht nutzen. Damit nahm das Unheil seinen Lauf. „Wir haben es nicht geschafft, diesen Druck loszuwerden“, gab Petrissa Solja ehrlich zu.

          Eine Medaille gab es für den DTTB schon, Bronze im Herren-Einzel durch Dimitrij Ovtcharov. Eine weitere haben sie sicher, denn an diesem Freitag bestreitet die deutsche Herren-Mannschaft um 12.30 Uhr das Finale gegen China. Mindestens Bronze und Silber wird es also am Ende für den DTTB geben, genau wie 2016 in Rio, wo die Damen Silber und die Herren Bronze gewonnen hatten.

          Doch Bundestrainer Jörg Roßkopf legt Wert darauf, dass sich seine Schützlinge keineswegs mit Silber zufriedengeben sollen, wie aussichtslos die Lage gegen den haushohen Favoriten China auch erscheinen mag. Und einen Vorteil hat sein Team zweifellos: Als Außenseiter spielt sich’s leichter.

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