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Schießen : Christian Reitz trifft ins Goldene

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Der Beste steht in der Mitte: Christian Reitz umgeben von dem Franzosen Jean Qjuiquampoix (l.) und Li Yuehong (r.) Bild: dpa

Die nächste Goldmedaille am Schießstand: Christian Reitz gewinnt den Wettbewerb mit der Schnellfeuerpistole. Silber geht nach Frankreich, Bronze nach China.

          Das deutsche Schützenfest in Rio geht weiter - Perfektionist Christian Reitz hat bereits das dritte Olympia-Gold für die Sportschützen gewonnen. Der Schnellfeuerspezialist gewann am Samstag in imponierender Manier bereits seine zweite Olympia-Medaille. Nach Bronze 2008 in Peking holte er sich in beeindruckender Nervenstärke ganz souverän das ersehnte Gold vor dem Franzose Jean Quiquampoix und dem Chinesen Yuehong Li.

          „Ich habe immer gesagt ich will die Medaille, am liebsten eine Farbe, die ich noch nicht habe und am allerliebsten Gold“, sagte Reitz. Seine Verlobte Sandra Hornung hatte Tränen in den Augen: „Hammergeil ich bin sprachlos.“

          Auf dem geliebten Stand A

          Gut ging es los, denn Reitz stand Außen auf dem geliebten Stand A. „Wenn ein Konkurrent links neben mir steht, bekomme ich immer die Hülsen ab“, sagte er dazu. Nach einer vollen Fünferserie gleich zu Beginn huschte ein Lächeln über das Gesicht von Trainer Detlef Glenz. „Er ist der routinierteste Schütze im Weltcupzirkus, das habe ich immer wieder gesagt. Das ist der Lohn für seine harte Arbeit, für seine Akribie und seinem Perfektionismus“, sagte der Coach.

          Treffsicher mit der Schnellfeuerpistole: Christian Reitz holt Gold

          Mit seiner schwarzen Schirmmütze und den schwarzen Ohrenschützern nahm Reitz nach zwei Vierer-Serien erst einmal einen Schluck Wasser aus der Flasche. Als Erster verabschiedete sich der Italiener Riccardo Mazzetti, dann der Kubaner Leuris Pupo, der Olympiasieger von 2012. Auch der Weltranglisten-Erste Fusheng Zhang scheiterte früh. Während sich der Franzose Jean Quiquampoix und der Chinese Yuehong Li  im Stechen um Bronze duellierten, machte Reitz im Rhythmus der Schüsse Trockenübungen mit der Waffe.

          Planung bis ins Detail

          Mit Quiquampoix hatte er zusammen in der Vorbereitung trainiert. Nun ging es um Gold - Reitz traf fünf Mal - der Olympiasieg war sicher, ehe der Rivale überhaupt geschossen hatte. „Er war heute enorm locker drauf, das war am Freitag noch anders. Doch gute Leistungen geben Sicherheit und Selbstvertrauen“, sagte seine Verlobte Sandra Hornung nach der starken Qualifikation von 592 Ringen mit Olympia-Rekord. Seinen eigenen Weltrekord hatte Reitz mit den letzten beiden Neunen knapp verfehlt. Und auch die Wette mit seiner Sandra, einer Sportschützin, hat er verloren. Worum es ging? „Wird nicht verraten“, meinte die Freundin, die am 22. Dezember ihrem Christian das Ja-Wort geben will.

          Reitz plant wie am Schießstand jedes Detail - auch seinen Umzug zu seiner Verlobten. Sie zu mir, ich zu ihr? Oder wir treffen uns in der Mitte. Da hatten wir irgendwann mal den Plan gehabt, wenn ich jetzt wirklich freigestellt werden würde, könnte ich ja auch zu ihr wechseln nach Regensburg und in München auf der Olympia-Schießanlage trainieren“, sagte Reitz - geplant, getan. Der erst seit letzten Jahr von der Polizei freigestellte Reitz ist nun „komplett Profisportler.


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          Früher hatte ich nach meinem Polizeidienst mein Training gemacht“, beschriebt er die vorerst unbefristete Variante. Und er betonte: „Erst wenn man ein bestimmtes Niveau erreicht hat, darf man diesen Antrag stellen.“ Nach den Olympiasiegen von Barbara Engleder und Henri Junghänel sowie den silbernen Plaketten von Monika Karsch und Bogenschützin Lisa Unruh ist es das erfolgreichste Abschneiden des Deutschen Schützenbundes in der Olympia-Geschichte. „So ein Abschneiden hat es noch nie gegeben, dabei sind noch nicht mal alle Erwartungen aufgegangen“, bilanzierte Sportdirektor Heiner Gabelmann.

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