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Smalltalk aus Tokio : Das bleibt hängen von Olympia

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Alexander, der Unsympath, wird über Nacht unser zu unserem Gold-Sascha. Bild: dpa

Das war’s mit Olympia in Tokio. Und was war wichtig in den 16 Tagen? Ist ja letztlich doch einiges hängengeblieben. Und alles smalltalktauglich, ist ja sowieso das Wichtigste. Eine Glosse.

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          Unter uns: Ich habe nicht viel mitbekommen von Olympia dieses Jahr. Allerdings schleichen sich Nachrichten, große und kleine, ja doch immer in den Hinterkopf, seit sie im Internet herumschwirren wie Mücken im Licht. So habe ich von Olympia doch manches mitbekommen. Das Trauerspiel der deutschen Fußballer zum Beispiel, die kaum elf Freunde aufs olympische Feld brachten.

          Warum? An der Kohle, wie man vermuten konnte, lag es nicht. 20.000 Euro hätten sie für Gold bekommen, so viel wie jeder andere Olympiasieger made in Germany. 20.000 Euro, das ist natürlich selbst für den dritten Torwart des FC Bayern nichts, wofür er in eine Ecke taucht. Lag aber nicht an ihm, dass er nicht zu Olympia fuhr, sondern an seinem Arbeitgeber, dem FCB, der von Olympia so viel hält wie Söder von Laschet.

          Würde sich nur ändern, also die Einstellung zu Olympia, wenn die Spiele mal bei den Spezis in Qatar stattfänden, was ja nur eine Frage der Zeit ist. Dann, klar, würden die Münchner mit all ihren Assen anreisen, denn Olympia wäre dann natürlich eine super Sache. Was ich sonst mitbekommen habe? Die Amerikanerin mit der Maske. Hammerwerfen? Kugelstoßen? So was in der Art macht sie, sah cool aus, kann man nicht anders sagen. Wird sich aber wohl eher nicht durchsetzen in der internationalen Kugelwerfer-Community.

          Über Nacht unser Gold-Sascha

          Dann war da noch der deutsche Radler in japanischer Quarantäne-Variante. Von vier Tagen Fenster zu und Reis mit Sojasoße hat er berichtet. Davon wenig begeistert, verglich er die Japan-Variante mit Gefängnis und Psychiatrie, ein Vergleich, den psychiatrische Einrichtungen umgehend zurückwiesen, während aus Gefängnisanstalten keinerlei Einwände zu hören waren. Dann war da noch Mihambos Weitsprung-Sieg mit einem letzten goldenen Satz, Literatur fast schon.

          Und Zverev! Hat das Tennis-Turnier gewonnen. Bis letzte Woche Alexander, der Unsympath, dann über Nacht unser Gold-Sascha. Nicht zu vergessen der Kameltreiber-Skandal, auch ein starkes Stück. Darf man Kameltreiber überhaupt noch sagen, wegen Reproduktion, Sie wissen schon? Also, es war ein K-Wort, mit dem der Sportdirektor des deutschen Radlerbundes auf zwei Zeitfahrer aus Algerien und Eritrea zielte und sich damit selbst ins Knie schoss und abreisen musste. Kein Nadelöhr, durch das der Sportkamerad noch schlupfen konnte.

          Und dann diese neuen Wunderschuhe, die 400 Meter samt Hürden ganz von allein laufen, kauf ich mir. Wenn ich das alles mal zusammenzähle, muss ich sagen, so wahnsinnig viel habe ich von Olympia womöglich nicht verpasst. Ist ja doch einiges hängengeblieben. Und alles smalltalktauglich, ist ja sowieso das Wichtigste.

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