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Historische Medaille sicher : Ringerin Rotter-Focken im Olympia-Finale

  • Aktualisiert am

Steht in ihrem ersten olympischen Finale: Aline Rotter-Focken (rechts) Bild: Reuters

Aline Rotter-Focken ist die erste deutsche Ringerin, die eine olympische Medaille gewinnt. Das Finale am Montag wird nicht nur ihr größter Kampf, sondern auch ihr letzter internationaler Auftritt sein.

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          Nach dem historischen Erfolg brachen die Gefühle aus Aline Rotter-Focken heraus. Unter Freudentränen schleppte sich die mit blauen Flecken am ganzen Körper übersäte und völlig ausgelaugte ehemalige Weltmeisterin von der Ringer-Matte – auf der ihr am Montag dann ein großer Triumph gelingen könnte. Die Krefelderin wird bei ihrem letzten internationalen Auftritt in Tokio um Olympiagold kämpfen.

          „Ich glaube daran, dass ich es schaffen kann“, sagte Rotter-Focken in ihrer ersten Reaktion, nachdem sie dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) am Sonntag einen noch nie dagewesenen Erfolg beschert hatte. Durch ihren Einzug ins Finale hat Rotter-Focken die erste olympische Medaille einer deutschen Ringerin sicher. Die 30-Jährige kämpft gegen die fünfmalige Weltmeisterin Adeline Gray aus den USA um den obersten Platz auf dem Podium.

          „Da ist noch mehr drin“

          „Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Aline kann es schaffen. Sie war schon immer Weltklasse. Aber sie hat in den vergangenen Jahren noch einmal ein große Entwicklung genommen“, sagte DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis dem SID: „Sie hat bisher so geil, konstant und clever gerungen – das war bis jetzt schon eine gigantische Leistung.“ Rotter-Focken gewann im Halbfinale der Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm nach großem Kampf mit 3:1 gegen die favorisierte japanische Vize-Weltmeisterin Hiroe Minagawa. Zuvor hatte sich die Deutsche gegen Wassilissa Marsaljuk (Belarus) und Zhou Qian (China) durchgesetzt.

          „Sie hat drei tolle Leistungen gebracht. Diese Gegnerinnen muss man erst mal aus dem Weg räumen. Und eine Japanerin in Japan zu schlagen - das sagt doch alles“, sagte DRB-Präsident Manfred Werner, der eine bis zwei Medaillen für sein Team als Ziel ausgegeben hatte, dem SID: „Sie ist so eine vorbildliche Sportlerin. Das ist der Lohn für ihren unheimlichen Einsatz und ihre harte Arbeit. Und da ist noch mehr drin.“

          Männer vorzeitig ausgeschieden

          Rotter-Focken holt seit Jahren die Kohlen für den DRB aus dem Feuer. Neben WM-Gold 2014 gewann sie 2017 WM-Silber sowie 2015 und 2019 WM-Bronze. Bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren unterlag sie ihrer Tokio-Finalgegnerin Gray.

          In der Vorbereitung auf Olympia hatte Rotter-Fockens Ehemann Jan Rotter großen Anteil am Erfolg. Der frühere deutsche Spitzenringer trainierte ununterbrochen mit seiner Frau, die so die Schwierigkeiten anderer Sportler während der Corona-Pandemie zumindest teilweise umgehen konnte. Zudem hat sie laut Zamanduridis vor allem athletisch noch einmal zugelegt: „Für sie war die Olympia-Verschiebung um ein Jahr fast ein Vorteil.“

          Bei den Männern schieden die deutschen Starter am Sonntag im griechisch-römischen Stil vorzeitig aus. Etienne Kinsinger (Köllerbach) unterlag in der Klasse bis 60 Kilogramm im Achtelfinale dem Chinesen Walihan Sailike. Für Eduard Popp (Heilbronn) war im Viertelfinale der Kategorie bis 130 Kilogramm gegen den türkischen Weltmeister Riza Kayaalp Endstation.

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