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Kuriosum bei Olympia : Weitspringer wacht plötzlich mit Verletzung auf

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Mit Schmerzen in die Sandgrube: Fabian Heinle Bild: Reuters

Fabian Heinle bekommt vor dem Olympia-Finale auf einmal Schmerzen in der Muskulatur. Der Weitspringer landet auf dem zwölften und letzten Platz. Einen furiosen Auftritt gibt es über 1500 Meter.

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          Der EM-Zweite Fabian Heinle hatte beim Weitsprung in Tokio vor allem mit seinem Körper zu kämpfen, Sprinterin Lisa Marie Kwayie zitterte sich über die 200 Meter ins Halbfinale der Olympischen Spiele. Die 24-Jährige aus Berlin-Neukölln überstand in 23,14 Sekunden als eine der drei Zeitschnellsten ihren Vorlauf. „Es war kein einfaches Rennen“, räumte Kwayie am Montag ein. „Ich habe mir aber gesagt, ich nehme mein Herz und meine Beine in die Hand und renne, gebe alles, was geht.“

          Die Mannheimerin Jessica-Bianca Wessolly (23,41) kam dagegen nicht weiter. „Es ist blöd, wenn man ein bisschen chancenlos ist, weil der Körper nicht will“, sagte Wessolly in der ARD. Die Bestzeit in den Vorläufen holte sich die erst 18 Jahre alte Christine Mboma. Die Sprinterin aus Namibia stellte in 22,11 Sekunden einen U-20-Weltrekord auf.

          Der EM-Zweite Heinle wurde beim Olympiasieg von Europameister Miltiadis Tentoglou aus Griechenland mit 7,62 Metern Zwölfter und damit Letzter. „Ich habe mehr gegen meinen Körper gekämpft als gegen die Gegner“, berichtete der Stuttgarter. Am Sonntag sei er aufgewacht und der Adduktor-Muskel im Sprungbein sei „ziemlich kaputt“ gewesen. Alle Künste der Physiotherapeuten halfen am Ende nichts.

          „Gegen den Körper gekämpft“

          Heinle landete gehandicapt durch eine aufgetretene Muskelverletzung im olympischen Weitsprung-Finale auf den zwölften und letzten Platz. Der 27-jährige Stuttgarter kam am Montag nicht über die Weite von 7,62 Metern hinaus und erreichte nicht in den Endkampf der besten Acht. „Ich habe mehr gegen meinen Körper als gegen die Gegner gekämpft“, sagte Heinle.

          Olympia-Gold holte sich Europameister Miltiadis Tentoglou aus Griechenland mit 8,41 Metern vor dem Kubaner Juan Miguel Echevarria, der ebenfalls 8,41 Meter weit sprang. Den Ausschlag für den Sieg gab die zweitbeste Weite, bei der Tentoglou vorn lag. Bronze ging ebenfalls nach Kuba: Maykel Masso sicherte sich mit 8,21 Metern Platz drei.

          Total niedergeschlagen war der Schwabe Heinle, der in der Qualifikation in Tokio mit 7,96 Metern dicht an die Acht-Meter-Marke geflogen war. Nach dem Aufwachen am Sonntagmorgen spürte er, dass sein Adduktor-Muskel im Sprungbein „ziemlich kaputt war“. Alle Künste der Physiotherapeuten halfen am Ende nichts. Im ersten Sprung reichte es gerade für 5,18 Meter, den zweiten landete er bei 7,57 Metern und der dritte mit 7,62 Metern reichte zum Weiterkommen nicht aus.

          „Ich hatte auf dem Aufwärmplatz überlegt, ob ich überhaupt antreten will“, sagte Heinle. Mit der „Hoffnung auf den einen guten Sprung“ marschierte er dennoch tapfer in das Olympiastadion und meinte: „Es war trotzdem cool, auch wenn es im Nachhinein scheiße war.“ Bei den Rio-Spielen 2016 und bei der WM 2015 in Peking war für ihn jeweils Endstation in der Qualifikation.

          Für Hammerwerfer Tristan Schwandke aus Hindelang war das Finale ebenfalls nicht in Reichweite. „Mit den Würfen bin ich zufrieden, aber die letzten Körner haben gefehlt, da konnten keine Riesenweiten rauskommen“, meinte der Neunte seiner Qualifikationsgruppe.

          Über die 1500 Meter zog Caterina Granz aus Berlin ins Halbfinale ein. „Ich glaube, ich hatte unheimlich Glück, ich habe einfach das schnellste Rennen erwischt“, sagte sie. Die Tübingerin Hanna Klein schied nach ihrem Vorlauf aus. „Da war nix, was noch nach kam. Beim Warmmachen und die Tage zuvor fühlte ich mich nicht gut“, räumte Klein ein und klagte über die Hitze.

          Triple-Jägerin Sifan Hassan steht trotz eines Sturzes über die 1500 Meter souverän im Olympia-Halbfinale. Die Niederländerin äthiopischer Herkunft stolperte vor der letzten Runde über Edinah Jebitok aus Kenia. Sie rollte das Feld aber auf und sprintete als Erste ihres Vorlaufs über die Ziellinie. Die 28-Jährige hat in Tokio ein Mammutprogramm vor sich: Sie will Gold über die 1500, 5000 und 10.000 Meter holen. Über 10.000 Meter startet auch Konstanze Klosterhalfen aus Leverkusen.

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