https://www.faz.net/-hfn-addzo

Olympia-Qualifikation : Deutsche Basketballer erreichen das Finale

  • Aktualisiert am

Joshiko Saibou (links) und die Deutschen setzten sich gegen Kroatien durch. Bild: Reuters

Noch ein Sieg, dann sind Deutschlands Basketballer erstmals seit 2008 bei Olympia dabei. Gegen Kroatien kämpft sich das Team beim Qualifikationsturnier ins Finale. Dort warten nun die Brasilianer.

          2 Min.

          Nach der beeindruckenden Energieleistung gegen Kroatien fehlte den deutschen Basketballern sogar die Kraft zum Feiern. Ein kurzes Tänzchen auf dem Parkett, ein schneller Dank ans Publikum und den auf der Tribüne mitfieberten NBA-Star Dennis Schröder, dann ging es am Samstagabend nach dem 86:76 (43:45) schnell zur Erholung zurück ins Hotel.

          Wissen war nie wertvoller

          Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Schließlich ist der Traum von Olympia nun zwar zum Greifen nah, aber eben noch nicht erfüllt. Am Sonntag (19.30 Uhr bei Magentasport) geht es in Split im Finale des Qualifikationsturniers gegen die starken Brasilianer, die im ersten Halbfinale klar mit 102:74 gegen Mexiko gewonnen hatten, um das Ticket nach Tokio. Letztmals waren die deutschen Basketballer 2008 mit Superstar und Fahnenträger Dirk Nowitzki in Peking bei Olympia dabei.

          „Meine Mannschaft steckt im Moment einfach alles weg. Es ist eine ganz spezielle Mannschaft“, sagte Bundestrainer Henrik Rödl. „Ein Sieg gegen Kroatien in Kroatien ist ein großer Sieg. Immer, wenn wir hinten liegen und jemanden brauchen, der uns trägt, dann finden wir jemanden“, sagte der Nationalcoach.

          Dieses Mal war es Maodo Lo, der die deutsche Mannschaft am Leben hielt und ins Endspiel führte. Der Berliner war mit 29 Punkten bester deutscher Werfer und sorgte im Schlussviertel zusammen mit dem umstrittenen Joshiko Saibou auch für die Aufholjagd, als Deutschland einen Zehn-Punkte-Rückstand noch in einen Sieg verwandelte.

          „Wir halten einfach immer zusammen und stecken nie auf. Das ist eben das Markenzeichen dieser Mannschaft“, sagte Lo, der in den ersten beiden Spielen nach der langen Saison noch müde gewirkt hatte. Woher kam dann dieses Mal die Frische? „Ich habe mich genauso schlecht gefühlt wie vor den anderen beiden Spielen“, sagte der Alba-Profi.

          Bonga fällt bei Deutschen aus

          Anders als in den beiden Gruppenspielen gegen Mexiko und Russland erwischte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes dieses Mal einen guten Start. Erneut unterstützt vom fehlenden Schröder auf der Tribüne zeigte das deutsche Team keinen Respekt vor den Gastgebern. Vor allem Lo fand sofort seinen Rhythmus und markierte die ersten acht deutschen Punkte. Doch dann lief bei den Kroaten NBA-Star Bojan Bogdanovic, der am Ende auf 38 Zähler kam, heiß. Kroatien machte zehn Punkte in Serie, nach dem ersten Viertel lag die DBB-Auswahl knapp hinten (19:23).

          Doch wie schon im gesamtem Sommer zeigte die deutsche Mannschaft große Moral. Mit einem 9:0-Lauf holte sich das Rödl-Team wieder die Führung, zwischenzeitlich betrug der Vorsprung neun Punkte. Aber dann kam Kroatien angetrieben von rund 2500 lautstarken Zuschauern wieder zurück und lagen zur Pause mit zwei Punkten vorne (45:43).

          Auch nach dem Seitenwechsel lief Deutschland zunächst lange einem Rückstand hinterher und musste dann auch noch den Ausfall von Isaac Bonga verkraften. Der NBA-Profi hatte schon gegen Russland wegen einer schmerzhaften Oberschenkelprellung gefehlt, biss dieses Mal aber auf die Zähne. Doch nach einem Zusammenprall ging es für ihn im dritten Viertel nicht mehr weiter. Sein Einsatz gegen Brasilien ist fraglich.

          Doch das deutsche Team steckte auch das weg. Mit großer Energie machte es einen Zehn-Punkte-Rückstand wieder wett, 4:20 Minuten vor dem Ende glich Danilo Barthel zum 74:74 aus. Das Momentum lag nun wieder aufseiten des deutschen Teams, das die letzten zehn Punkte der Partie erzielte und nun weiter von Olympia träumen darf.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Abschied aus München: Kardinal Ratzinger geht 1982 zur Glaubenskongregation nach Rom.

          Missbrauchsstudie : Was wusste Ratzinger?

          Am Donnerstag wird ein Gutachten zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche veröffentlicht. Es geht darin um einen Priester als Täter – und um die Rolle des vormaligen Papstes.
          Robert Habeck auf seiner ersten Station: Hamburg.

          Windkraft und Energiewende : Hürden für Habeck

          Um eine explosionsartige Vermehrung der Windkraft durchzusetzen, ist Robert Habeck auf die Länder angewiesen. Und auf sein Talent, der beste Sänger der Ampel zu sein.
          Mietshaus in Berlin: Nicht nur in der Hauptstadt erwarten Fachleute steigende Immobilienpreise.

          Immobilienpreise : „Die Party geht weiter“

          Die Immobilienpreise steigen und steigen. In den großen Städten raten die Gutachter mitunter sogar vom Kauf ab. Dafür ziehen mehr Menschen ins Umland und treiben dort die Preise.