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Ende der Spiele in Tokio : Noch ein Corona-Fall im deutschen Olympia-Team

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Olympia nimmt Abschied von Tokio, ehe die Paralympics bald starten. Bild: AP

Die letzten Teilnehmer des deutschen Olympia-Teams kehren zurück in die Heimat. Die Willkommensfeier wird wohl eher gedämpft ausfallen. Eine Deutsche muss vorerst noch in Tokio bleiben.

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          Nach dem Abschied aus Tokio und einer Willkommensfeier in der Heimat beginnt für die deutschen Olympioniken die Aufarbeitung der durchwachsenen Sommerspiele. Mit der schwächsten Medaillenausbeute seit der Wiedervereinigung kehrt der Rest der Delegation des Deutschen Olympischen Sportbundes am Montag zurück und wird auf dem Frankfurter Römer empfangen (15.00 Uhr).

          Kurz vor der Schlussfeier am Sonntagabend in Japans Hauptstadt hatte die deutsche Mannschaft noch den Schreck des zweiten Corona-Falls verkraften müssen. Fünfkampf-Sportdirektorin Susanne Wiedemann war positiv getestet worden und darf Japan vorerst nicht verlassen.

          So dürften vor allem die DOSB-Spitzen am Montagnachmittag ziemlich nachdenklich am Frankfurter Flughafen ankommen. Das Abschneiden sei „am Ende doch ein wenig schwächer“ als erhofft gewesen, räumte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig ein. 37 Medaillen sind noch mal vier weniger als bei der bisherigen Negativmarke von Peking 2008. DOSB-Präsident Alfons Hörmann kündigte eine „saubere und lückenlose Analyse“ an.

          „Der DOSB ist ein Auslaufmodell“

          Schwimm-Legende Michael Groß forderte „einen radikalen Wandel, eine deutliche Strukturreform“ und machte sich für eine eigenständige Organisation nur für den olympischen Leistungssport stark. „Der Tanker DOSB ist viel zu träge, um schnell und gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Sportarten einzugehen. Erneut in die Autowelt übersetzt, heißt das: Der DOSB ist im Leistungssport ein Auslaufmodell“, sagte Groß dem Portal „t-online.de“.

          Zunächst aber dürften den deutschen Sport noch die letzten Nachwirkungen der Tokio-Spiele beschäftigen. Rad-Sportdirektor Patrick Moster ist wegen der rassistischen Entgleisung gegen zwei afrikanische Sportler vom Weltverband bis Jahresende gesperrt worden. Der Bund Deutscher Radfahrer hat den Funktionär abgemahnt und ist um diplomatische Schadensbegrenzung bemüht.

          Ein kapitaler Unfall war Olympia auch für die Modernen Fünfkämpfer. Das Reit-Drama um Annika Schleu und ihr verweigerndes Pferd führte zum Olympia-Ausschluss von Bundestrainerin Kim Raisner, die dem Tier mutmaßlich einen Faustschlag verpasst hatte. Sogar die Bundesagrarministerin Julia Klöckner schaltete sich in die Debatte ein und bezeichnete die Geschehnisse als „Tierquälerei“. Sie erwarte, „dass diese Sportart, wie sie jetzt besteht, überdacht wird.“ Der deutsche Verband DVMF hat bereits Reformvorschläge beim Weltverband hinterlegt.

          Trotz aller Unruhe aber zeigten sich die deutschen Teamspitzen froh, dass Olympia in Japan mit einem Jahr Verspätung doch noch stattfinden durfte – wenn auch mit starken Corona-Beschränkungen und ohne Zuschauer. „Es war im Fazit richtig und wichtig, dass diese Spiele in Tokio ausgetragen worden sind“, sagte Schimmelpfennig.

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